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Montag, 17. April 2017

REZENSION "Scorched" von Jennifer L. Armentrout





















"Scorched"

Seitenanzahl: 300

Preis: 8,99 EUR [E]; 9,99 EUR [P]

ISBN: 978-3-492-31027-7

Verlag: Piper

erschienen: März 2017 [E] ; April 2017 [P]



Kurzbeschreibung:

Andrea und Tanner. Tanner und Andrea. An den meisten Tagen weiß Andrea nicht, ob sie Tanner näherkommen oder ihm lieber eine verpassen will. Er ist definitiv heiß, aber sie halten es fast nie länger als fünf Minuten in einem Raum zusammen aus. Bis jetzt. Der gemeinsame Sommerurlaub in einer Hütte in West Virginia ändert alles. Plötzlich können die beiden nicht mehr ohne einander. Aber Andrea hat private Probleme, die sie völlig aus der Bahn werfen und ihre Liebe zu Tanner zu zerstören drohen. Wird Tanner dennoch für sie da sein?



Als Tochter erfolgreicher und vermögender Eltern, eilt Andrea ein Ruf als verzogenes, reiches Mädchen voraus, welcher dafür sorgt, dass sie von den Menschen in ihrer Umgebung, ebenfalls nur oberflächlich betrachtet wird. Obwohl ich es falsch finde, Menschen nur aufgrund dessen zu be- bzw. verurteilen, so bemüht sich Andy nicht einmal darum, an diesem Blick auf sie etwas zu ändern. Sie ist eine Partymaus erster Güte, die jedes Mal zu tief ins Glas schaut. Andrea schirmt alle um sich herum ab und lässt sie nur das sehen, was eh schon an Gerüchte um sie kursieren. Ebenso wie Tanner wäre auch mir Anfangs nicht der Gedanke gekommen, sie könnte sich sozial engagieren, doch wie sich im Verlaufe der Geschichte herausstellt, hat sie die Art Einfühlungsvermögen, die sie von anderen - für ihre Person - selber vermisst.

Ich hätte mir einen Finger abgeschnitten, um zu erfahren, was sie in diesem Moment dachte. Ich ahnte es ja. Das Verb wollen tauchte immer wieder auf. Ich wollte sie küssen. Ich wollte sehen, ob ihre Augen dunkler wurden, wenn sie Erregung empfand. Ich wollte erfahren, wie sie aussah, wenn sie kam. Und ich wollte wissen, wie mein Name klang, wenn sie ihn schrie.

Tanner habe ich sehr bewundert. Seine Wandlung von großspurigen zum einfühlsamen Mann ist wirklich erstaunlich. Doch noch viel bemerkenswerter ist, dass seine wachsende "Beziehung" zu Andy, schon zu Anfang an auf einem heiklen Fundament gebaut wird. Die Geduld die er aufbringt, ist daher alles andere als verständlich,

Eine eigenständig gewählte Entscheidung, hat durch die mangelnde Unterstützung und vor allem die Enttäuschung ihrer Eltern etwas in Andy bewirkt, dass sie vor Nähe und damit einhergehenden Erwartungen zurückschrecken lässt. Schlafstörungen und Panikattacken sind die Folge, ebenso wie sie Dinge tut, weil sie glaubt, sie tun zu müssen. Oftmals kam es mir so vor, als hätte Andrea schon früher nach den Wünschen anderer gelebt und die erste Entscheidung, die sie bewusst alleine getroffen hat, war aus dem Blickwinkel der ihr nahestehenden Menschen ein "Reinfall", sodass sie nun davor zurückschreckt, weiterhin eigenständig zu Handeln und das ihr auferlegte Image einer hemmungslosen Partymaus erfüllt. Angst und Unsicherheit sind seither ihre ständigen Begleiter, bis Tanner zum Teil ihres Lebens wird, der sie bewusst wahrnimmt und sich bemüht, SIE zu sehen und nicht das, was sie alle anderen glauben lassen möchte.


>>Weißt du, gewöhnlich sind die Leute, die am häufigsten lächeln und am lautesten lachen, diejenigen, die am meisten ... leiden<<, [...] 


Andreas Verhalten obliegt ein starker Kontrast, denn einerseits möchte sie Distanz wahren und andererseits versucht sie, Menschen zu finden, die sie mögen und Zeit um ihrer Selbstwillen mit ihr verbringen zu wollen. Die One-Night-Stand haben wir zumindest kurzweilig ein derartiges Gefühl verliehen. Aus Angst, die Erwartungen anderer erneut nicht erfüllen zu können und die Enttäuschung der anderen zu sehen. Sie wünscht sich, einmal mehr zu sein als nur eine Affäre und damit ein kurzzeitiges Vergnügen. Sie möchte mehr Wert sein und nicht auf ihr Äußeres reduziert werden. Doch was sie nicht sieht, ist, dass dieser Wunsch nur erfüllt werden kann, wenn sie bereit ist, ihre Hülle fallen und Tanner in ihre Seele blicken zu lassen. Ein Vorhaben, das von vorne herein zum Scheitern verurteilt ist, denn um in ihr innerstes Blicken zu können, muss auch sie erst einmal den Weg zu sich selbst finden.

Die Frage ist doch, spielt die Vergangenheit im Hier und Jetzt wirklich eine Rolle? Andrea hat nie richtig inne Gehalten um nachzudenken. Jeder hat seine ganz eigene Art mit Problemen umzugehen. Andy hat einen Weg gewählt, der Symptome bekämpft, den Ursprung aber nicht erreicht hat. Mit ihrer Flucht vor einer Bandbreite an Gefühlen und Ängsten, manövriert sie sich in ein noch tieferes Loch, aus dem auch ihre wachsenden Gefühle für Tanner sie nicht zu befreien vermag. Nur langsam beginnt sie zu realisieren, wie tief ihre Probleme doch liegen und dass sie alleine, nicht in der Lage ist, dort wieder rauszufinden. Diese Erkenntnis zu erlangen ist gut, doch der Schock des Ausmaßes verleitet sie zu einer Handlung, die zu einer lebensgefährlichen Situation ausartet.



Andrea hat eine Entscheidung getroffen, die vier Jahre Ausbildung in den Sand gesetzt hat. Doch das wäre egal, würde sie nicht deshalb die Enttäuschung ihrer Eltern sehen. Anstatt Unterstützung zu erfahren, hat sie eine Mauer um sich errichtet, die nur eine oberflächliche Betrachtung ihrer Person zu lässt und mit dieser einen Abwehrmechanismus entwickelt, der sie die Dinge ungewollt schlimmer machen lässt. Tanner ist derjenige, der ihr ohne Erwartungen gegenübertritt und nicht aufgibt, die Andy zu sehen, die sie tief in sich verborgen hält.



Jennifer L. Armentrout führt uns eine Krankheit vor Augen, die nicht selten ist und viele Leute wirklich betrifft. Diese Krankheit belastet jeden, der mit den Betroffenen in Kontakt kommt, manchmal auf eine Weise, die man gar nicht richtig versteht, dass jedoch nicht notwendigerweise auf negative Art. Diejenigen, die einen lieben, wollen helfen und verstehen. Man muss sie nur lassen und sich nicht dagegen auflehnen. Ein Weg, der alles andere als leicht einzuschlagen ist, doch man kämpft nicht alleine, sondern hat eine Mauer aus Liebe hinter sich stehen, die einem den Rücken stärkt und vor Augen führt, wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Mit Tanner und Andy hat uns die Autorin genau das vor Augen geführt. Der Weg war lang und steinig und trotz jeglicher Hürden doch mit Rückhalt versehen. Auch Andreas Freundin Sidney hat hier ganze Arbeit geleistet. Sie gibt ihr die Möglichkeit sich abzulenken, gibt ihr den Schubs in die richtige Richtung und scheut sich nicht davor, Andy ihre Ansicht offen zu legen. Doch was macht man, wenn alles auf taube Ohren zu stoßen scheint, oder der Drang nach Flucht und vergessen so übermächtig wird, dass noch nicht einmal ein derartiger Denkanstoß lange genug im Gedächtnis bleibt? Manchmal muss man erst jeglichen Halt verlieren und am Boden der Tatsachen angekommen sein, um wirklich bereitwillig etwas ändern zu wollen.

Eine tolle Geschichte, die einmal mehr zeigt, wie wichtig Liebe, Freundschaft, Zuversicht und Hoffnung sind.



Über die Autorin:

Jennifer L. Armentrout veröffentlichte unter dem Pseudonym J. Lynn international sehr erfolgreiche Young-Adult-Romane, bevor sie sich mit ihren New-Adult-Romanen, beginnend mit »Wait for You«, endgültig an die Spitze der Bestsellerlisten schrieb. Sie lebt in Martinsburg, West Virginia.

- Piper -


Bücher der Reihe:
Band 1: "Frigid"
Band 2: "Scorched"
















Weitere Bücher der Autorin:




erscheint am 02. Oktober 2017









Unter dem Pseudonym J.Lynn:
Band 1: "Wait for you"         *Rezension*
Band 2: "Be with me"
Band 3: "Trust in me"          *Rezension*
Band 4: "Stay with me"
Band 5: "Fall with me"         *Rezension*
Band 6: "Forever with you"
Band 7: "Fire in you"               erscheint am 02. Mai 2017





























Danke!

Samstag, 15. April 2017

REZENSION "Paper Prince" von Erin Watt


"Paper Prince: Das Verlangen"

Seitenanzahl: 364

Preis: 9,99 EUR [E]; 12,99 EUR [P]

ISBN: 978-3-492-06072-1

Verlag: Piper

erschienen: März 2017 [E] ; April 2017 [P]



Kurzbeschreibung:

Seit Ella Harper in die Villa der Royals gezogen ist, steht das Leben dort auf dem Kopf. Durch ihre aufrichtige, liebenswerte Art hat sie so manches Herz erobert – vor allem das von Reed. Zum ersten Mal seit dem Tod seiner Mutter kann der attraktivste der Royal-Söhne echte Gefühle zulassen. Doch wie groß seine Liebe ist, merkt er erst, als es zu spät ist: Nach einem Streit verschwindet Ella spurlos. Und er trägt die Schuld daran. Seine Brüder hassen ihn dafür, doch er hasst sich selbst am meisten. Wird er Ella finden? Und wenn ja, wird er ihr Herz zurückerobern können?



Als Ella damals in die Villa der Royals eingezogen ist, stand ihr Reed von vorneherein mit Ablehnung gegenüber. Wie bereits im Verlaufe des ersten Bandes, kristallisiert sich auch hier weiter heraus, dass diese instinktiv errichtete Mauer einen ganz anderen Ursprung hat. Ella ist eine Bereicherung für die Familie, denn sie weiß besser als jeder andere der reichen und verwöhnten Astor-Kids, was wirklich im Leben von Bedeutung ist, und das hat rein gar nichts mit Vermögen oder einem Status zu tun. Doch genau darauf legen es die Teenager hier an. Sie klammern sich an ihr Vermögen und sind ein Abziehbild ihrer Eltern: Oberflächlich und mit Vorurteilen behaftet. Keiner von ihnen hat jemals dafür arbeiten müssen, sich seinen Luxus leisten zu können, Ella hingegen hat über Jahre schwer gearbeitet um sich Essen und ein Dach über den Kopf erlauben zu können.

Die Royal-Brüder haben sich anfänglich nicht von den restlichen Astor Schülern abgehoben, mit Ella als neues Familienmitglied, merkt man ihnen doch ihre stetige Entwicklung an. Sie beginnen die Dinge zu Hinterfragen und gehen mit offenerem Blick durch den Alltag. Was auch hier schnell auffällt, ist die Eskalation in der elitären Schule, der keinerlei Einhalt mehr geboten wird. Die Schwächeren werden diskriminiert und hier bleibt es nicht nur bei verbalen Attacken. Ella war damals - aufgrund ihrer Herkunft - das augenscheinlich perfekte Opfer dieser gezielten Erniedrigung, doch ebenso wie sie Einstecken kann, kann sie noch viel wirkungsvoller Austeilen. Sie setzt das erste Zeichen einer neuen Ära der Astor Academy bei der auch Reed, Easton und die Zwillinge ein Zeichen setzen, denn sie stehen allesamt geschlossen hinter ihr. Eine wie ich finde, sehr beeindruckende Situation, die einen wichtigen ersten Meilenstein gesetzt hat. 

Ich bin so verdammt gut im Lügen. Das wird fast zur Selbstverständlichkeit, wenn man jede Stunde jedes Tages die Wahrheit unterdrückt.


Ella verbreitet Fröhlichkeit, wo vorher Ignoranz und Anfeindung herrschten. Damals hat ihre Anwesenheit dafür gesorgt, dass sich alle fünf Royal-Söhne gegen sie verbündet haben, während sie jetzt an ihrer Seite stehen und ihr den Rücken stärken, ebenso wie sie sie beschützen und auf ihre Art lieben: Manche als Schwester und wieder jemand anderes auf eine viel innigere Weise.

Bei Callum weiß ich nie genau wie ich sein Verhalten finden soll. Einerseits strahlt dieser Mann eine Ruhe aus, die ich bewundernswert finde und eigentlich für seine Liebe gegenüber seinen Kindern spricht und andererseits fehlt mir die Aussprache untereinander, sodass jegliches Fehlverhalten unter den Tisch gekehrt wird und so eher den Eindruck von Reed, Easton und Giddeon vollkommener Gleichgültigkeit unterstreicht. Callum ist bei Weitem nicht so ahnungslos und unwissend, wie seine Söhne, Ella und wir als Leser lange Zeit vermuten. Er ist so ziemlich über alles im Bilde.


Wer auch immer Easton irgendwann mal abbekommt, muss in der einen Hand eine Peitsche, in der anderen eine Knarre halten. Und trotzdem wird er unkontrollierbar bleiben.

Ella ist eine starke Persönlichkeit, die mich immer wieder beeindruckt. Von den Royals aufgenommen und mit der Aussicht auf ihr Erbe, könnte man meinen, dass sich all ihre Probleme in Luft auflösen, doch im Gegenteil, die Hürden verlagern sich und scheinen erst richtig auszuufern. Sie ist es nicht gewohnt, auf andere zählen zu können, weshalb ihr Fluchtinstinkt immer in Alarmbereitschaft ist. Sie kennt eine Großzahl der Verfehlungen ihrer "Brüder" und dennoch legt sie mehr Vertrauen in ihre Worte, als Callum Vertrauen in seine Söhne fassen kann. Auch dies ist ein Kontrast, dem eine gewisse Distanziertheit obliegt und es schwer gestaltet, diesen genauer einzuschätzen. Callum kennt nahezu jedes Geheimnis, doch kennt er deshalb auch seine Söhne?

Die Erfahrungen ihrer Vergangenheit, haben Ella - wenn auch auf traurige Weise - wichtige Dinge gelehrt, die sie an die Royals weitergibt. Doch nicht jede Erfahrung ist hier von Vorteil. Damals musste sie mitansehen, wie ihre Mutter - blind vor Liebe - von Männern angelogen und benutzt wurde. Ein Fehler, den sie niemals begehen möchte. Doch was, wenn Reed wirklich die Wahrheit sagt? Die Zweifel flammen immer wieder auf, denn neue Hinweise oder von Brooke absichtlich missverständlich gesetzte Äußerung gestalten es schwer Vertrauen zu fassen. Wie weit würde Reed gehen, um das falsche Spiel einer Person zu unterbinden, die sich in seine Familie eingeschlichen hat und von Anfang an ein bisher unbekanntes Ziel verfolgt?


Frauen wie Brooke bin ich mein Leben lang begegnet. Sie gehört zu dem Schlag, der superlieb ist zu jedem Menschen mit Geld, frech zu den Mädels, die ihr auf der Leiter nicht nach oben helfen können, und durchweg grausam zu jedem, der eine Bedrohung darstellt.

Neben der Liebe ist die Hoffnung wohl eins der stärksten und mächtigsten Gefühle. Sie ist unser Anker, die uns schwere Zeiten überstehen lässt. Doch ebenso wie die Liebe, vermag es auch unerfüllte Hoffnung, uns den Boden unter den Füßen wegzureißen. Die Heimlichkeiten der Royals werden nicht nur immer prekärer, sie gelangen nur durch Zufälle ans Tageslicht. Dies macht es schwer zu erkennen ob und inwieweit man hier Vertrauen schenken kann. Im Gegensatz zu uns, hat Ella nicht die Möglichkeit, in Reeds Kopf einzutauchen und die Aufrichtigkeit seiner Worte und seiner Gefühle ihr gegenüber zu erkennen. Nachdem was sie gesehen hat, kann ich ihre verbleibende Skepsis sehr gut nachvollziehen, insbesondere deshalb, weil nicht nur Callum seinen Kopf in der Schlinge hat, die sich immer weiter schließt.

Je weiter die Geschehnisse voranschreiten, desto deutlicher wird, dass die Royal-Sprösslinge einen Kampf austragen, bei dem sie selbst nicht recht wissen, wie sie in auszufechten haben. Jeder hat seine ganz eigene Fluchtmöglichkeit gefunden, doch diese dient eher dazu, den angestauten Druck abzubauen, als wirklich die Ursache zu bekämpfen. Keiner zeigt seine Gefühle, sondern versteckt diese hinter ernstem und brutalem Verhalten. Mit Ella hingegen beginnen sie ihre Probleme zu fokussieren und gemeinsame Schritte zu machen. Wirklich erfolgversprechend ist dies jedoch nicht, denn auch Gideon hütet ein Geheimnis, dem Ella nur durch Zufall auf die Schliche gekommen ist. Einen weiteren Royal in den falschen Händen, könnte auch für Ella und ihr Erbe noch böse ausarten.

>>Du weißt nicht, wer ich bin.<< >>Und ob ich das weiß. Du hast es doch selbst gesagt - ich sehe dich. Ich sehe deine Verletzlichkeit und deine Einsamkeit. Ich sehe deinen Stolz und wie er dich daran hindert, dich an andere zu wenden. Ich sehe dein großes Herz und dass du die Welt retten willst, inklusive einem solchen Arsch wie mir.<<

Ella und Reed sind sich ähnlicher, als es anfangs den Anschein hatte. Sie verstehen einander auf einem anderen Level, sein Verlust ähnelt ihrem, ebenso wie ihr sein ringen darum, seine Welt zu verstehen, bekannt ist. Aus einer Angst vor den Royals, wurde für Ella zu einer Angst um sie. Ihr Vertrauen in Reed scheint nach der Aussprache unerschütterlich, bis ein Vorfall und sein vorangegangenes Schweigen ihn in eine heikle, wenn nicht sogar gefährlich Situation bringen, aus der auch Callum ihn nicht zu befreien vermag und eine sich annäherende Familie zu zerreißen droht. Als wäre das nicht schon der Gipfel aller Probleme, steht plötzlich jemand vor der Tür, der dem ganzen Fall nicht nur eine Wendung sondern auch noch eine neue Perspektive verleiht.



Ella trägt ihre eigenen Kämpfe aus und tritt selbst für ihre Meinung ein und das aus einem ganz simplen Grund: Es hat bisher kein anderer für sie getan. Nachdem Tod ihrer Mutter, war sie jahrelang auf sich alleine gestellt, und diese Haltung eines Einzelkämpfers abzulegen fällt ihr alles andere als leicht und ist gleichsam etwas, was die fünf Brüder an ihr bewundern.

Reed sieht direkt in Ellas Seele, an ihrer toughen Fassade vorbei, hinter der sie sich versteckt. Er sieht ihre Ängste, ihre Verletzlichkeit und das, ohne sie dafür zu verurteilen. Lediglich seinem Vater kann er nicht vorbehaltlos gegenüber treten. Er verspürt den Drang, Callum zu verletzen, mit dem Wissen, dass jede Dummheit, die er begeht, damit endet, dass er sich selbst bestraft. 


Erin Watt hat uns mit Ella und den Royals zwei zerrüttete "Familien" präsentiert, die sich einander annähern und Stück für Stück zu einer Familie erwachsen. Die Fortschritte sind klein, dennoch aber spürbar. Ein Prozess der trotz der stetig neuen Hürden sichtbar ist und an Intensität gewinnt. 

Wie uns die Autorin erkennen lässt, findet nicht jedes Geheimnis der Royals seinen Ursprung in Rache, sondern auch in Liebe, einem Beschützerinstinkt und den Schmerz einer Liebe, der Steine in den Weg gelegt werden und dabei meine ich nicht nur Ella und Reed.

Nachdem Ella zum Ende von "Paper Princess" die Flucht ergriffen hat, erleben wir die ersten Kapitel des zweiten Bandes aus Reeds Perspektive, die ich nicht nur sehr gut gesetzt, sondern ebenfalls auch in der Ausarbeitung sehr gelungen finde, denn so erhalten wir auf das gleiche Geschehen noch einen anderen Blickwinkel, der schnell erkennen lässt, dass Ella durch den Schock der Situation viele Dinge verstärkt bzw. anders wahrgenommen hat, als es wirklich der Fall war. Reed hat mir hier wirklich leidgetan, denn er selbst macht sich schon genug Vorwürfe, als das er auch noch von seinen Brüdern gestraft werden müsste. Hinzukommend mit dem von Easton lebhaft gesetzten Kopfkino über Gefahren denen Ella ausgesetzt sein könnte, kollidieren bei ihm jegliche Fronten die ihm kaum die Luft zum atmen lassen.

Viele spannende Wendungen, verleihen dem zweiten Band der Trilogie Crime-Elemente die Reed in Lebensgefahr bringen. Mit Geld lassen sich viele Dinge bewirken, doch erst einmal in die Falle getappt, vermag es auch oftmals kein Geld, einen dort wieder raus zu holen. Das Ende ist eine Mischung aus Schock, Erleichterung und Ratlosigkeit, die durch das Öffnen einer Tür ordentlich Zündstoff für Spekulationen zulässt. 

Eine rundum gelungene Fortsetzung, einer Familie, die füreinander kämpft, jedoch nicht imstande ist, diesen Zusammenhalt aufgrund der damaligen Vorkommnisse zu erkennen. Wird Ella ihnen die Augen öffnen können, oder zerbricht sie an ihren Geheimnissen ehe sie den Nebel um die Royals lichten kann?





Über die Autorin:

Erin Watt ist das Pseudonym zweier amerikanischer Bestsellerautorinnen, die ihre Begeisterung für großartige Bücher und ihre Schreibsucht verbindet. Beide sind sehr erfolgreiche Autorinnen in den Bereichen Young und New Adult. Die »Paper«-Serie ist ihr erstes gemeinsames Projekt, mit dem ersten Band »Paper Princess« eroberten sie die US-Bestsellerlisten im Sturm.

Piper -


Bücher der Reihe:
Royals

Band 1: "Paper Princess - Die Versuchung"   *Rezension*
Band 2: "Paper Prince - Das Verlangen"
Band 3: "Paper Palace - Die Verführung"


Erscheinungstermine:


Paper Palace - [E] 03.04.2017  [P] 02.05.2017




















Danke!

Montag, 27. März 2017

REZENSION "Beautiful Burn" von Jamie McGuire



Verzweifelt und von aller Welt verlassen, legt sich Ellie Edson mit allen an. Auch mit dem unverschämt gut aussehenden und arroganten Tyler Maddox. Als er sie auf einer Party kennenlernt, ist er von Ellies extremer Persönlichkeit und ihrem aufbrausenden Temperament fasziniert. Seine Gefühle für sie werden mit der Zeit immer stärker, aber er merkt: Ellies Dämonen sind wohl der mächtigste Feind, dem sich je ein Maddox-Bruder stellen musste.


Seitenanzahl: 475
Preis: 8,99 EUR [E]; 9,99 EUR [P]
ISBN: 978-3-492-31011-6
Verlag: Piper





Ellie Edson führt ein sorgloses Leben, was die materiellen Besitztümer betrifft, doch das was ein Kind wirklich braucht, ist die Liebe ihrer Eltern. Schon früh hat Ellie versucht, die Aufmerksamkeit ihrer Eltern auf sich zu lenken und herausgefunden, dass sie diese - wenn auch nur kurzfristig - erhält, wenn sie über die Stränge schlägt. Am Verhalten des Vaters erkennt man, dass er nur das Beste für seine Kinder möchte, doch dabei wählt er den falschen Weg. Er ist viel zu nachgiebig, was in Ellie ein anderes Gefühl aufkommen lässt: Gleichgültigkeit. Ihre Eltern schaffen es nicht, Grenzen zu setzen und diese einzuhalten, Sally hingegen lässt sich emotional nicht einspannen und liefert den Anstoß, dass Ellie arbeiten muss um sich ein eigenständiges Leben aufbauen zu können.

Alles zu haben und nichts zu fühlen, war die schlimmste Form von Selbstsüchtigkeit.

Ellie begegnen wir als exzessive Partymaus, die im Alkohol Schwerelosigkeit sucht und findet. Schnell erkennt man, dass sie keinerlei Selbstwertgefühl hat, denn hierbei handelt es sich um etwas, dass man durch die Akzeptanz und Anerkennung von Familie und Freunden erhält und sich nicht mit Geld kaufen kann. Ihre Schwester Finley ist ihre einzige Bezugsperson, alle anderen lässt sie nur kurzweilig an ihrem Leben teilnehmen, erachtet sich selbst jedoch als schlechten Einfluss, weshalb sie alle auf Distanz hält. Oftmals habe ich nicht verstanden, warum sie glaubt, ein Alkoholproblem zu haben. Teenager, Partys und Alkohol sind keine Seltenheit. Viel mehr erschien es mir, als hätte sie selbst eine so geringe Meinung von sich, dass sie sich einen derartigen Mangel so lange eingeredet hat, bis es wirklich zu einem erkennbaren Problem wurde. In jeder heiklen oder angespannten Situation bestimmt Alkohol ihr Denken. Doch erst einmal in den Teufelskreis geraten, ist es schwer einen Ausweg zu finden, wenn man niemanden hat, der bereit ist, um einen zu kämpfen. Sie selbst eingeschlossen.

Sterling wartete eine oder zwei Sekunden, bevor er sich zu mir beugte. >>Du musst ihn wirklich mögen. Ich habe dich noch nie so brutal erlebt.<< 

Ellie eilt ein Ruf voraus, der nicht gerade positiv anmutet. Sie ist verunsichert und fürchtet ihren Neustart. Doch anders als sie erwartet hat, bekommt sie trotzdem eine Chance und darf sich beweisen. Eine wichtige Erfahrung deren Verantwortung sich Ellie mit Bewusstsein stellt, dies jedoch aufgrund des falschen Beweggrunds. Sie hat einen Fehler begangen, der ihr das Letzte im Leben nehmen könnte, was sie davor bewahrt in die bodenlose Schlucht zu stürzen, an deren Rand sie bereits steht. Ihr schlechtes Gewissen versagt ihr jede Art von eigenem Glück und ihre Schuldgefühle machen den Drang nach Alkohol unwiderstehlich. Vom oberflächlichen Teenager hat sich Ellie schnell in mein Herz gekämpft, weshalb es traurig war zu sehen, dass jeder Erfolg auch gleichzeitig mit einem Dämpfer verbunden ist. 

>>Ich bin nicht dein Boss und du bist keine Lügnerin. Es geht nicht allein um das Geld, Ellie, und es ist traurig, weil ich beobachtet habe, wie hart du arbeitest, aber du scheinst immer noch darauf zu warten, doch zu versagen.<<

Dank Finleys Geschenk entdeckt Ellie ihr Interesse und ihre Begeisterung für Fotografie. Sie sieht die Welt durch die Linse mit neuen Augen und erfährt aufgrund ihrer tollen Schnappschüsse Lob und Zuspruch. Sie verbringt die Saison mit den Hotshots, die durch Wälder marschieren um Brände einzudämmen und deren Ausbreitung zu verhindern. Durch ihre Hand entstehen einzigartige Bilder, die ihr körperlich einiges abverlangen. Stundenlange Märsche durch unebenen Wald, sowie Einsätze, die sie über Tage hin mitverfolgt. Die mühsam errichtete Distanz zu Tyler, der nun ihr Aufpasser ist, verringert sich immer weiter, bis er den Entschluss fast für sie zu kämpfen, auch wenn Ellie es ihm in vielerlei Hinsicht alles andere als leicht gestaltet. Doch ebenso wie Ellie Edson, haben auch die Maddox-Brüder einen nicht zu übertrumpfenden Dickkopf.

Finster schaute er mich von unten an. >>Hast du nicht gehört? Ich habe dich belogen.<< >>Nein, du hast deinen Bruder beschützt.<< Nun blickte er mich direkt an. >>Und jetzt beschütze ich dich.<<

Der Nachname Edson ist jedem ein Begriff, weshalb auch einige der Hotshots eine vorgefertigte Meinung von Ellie haben. Nicht nur die muskelbepackten Männer, auch mich hat die junge Frau mit ihrem Willen und ihrer Stärke beeindruckt. Sie nimmt jede Hürde, ohne sich zu beschweren, weshalb sie sich die Anerkennung und Zuspruch von ihren neu gewonnen Freunden verdient. Sie ist für die Jungs zu einer Art Schwester geworden, die geschlossen hinter ihr stehen und sie letztendlich einen wichtigen Entschluss fassen lässt.


Aus Angst etwas oder jemanden zu ruinieren oder zu verletzen, den sie liebt, verbietet sich Ellison ihr eigenes Glück und sabotiert deshalb von vorne herein alles Gute, aus Angst, es zu verlieren.



Mit Tyler führt uns Jamie McGuire einmal mehr vor Augen, dass ein Maddox, wenn er einmal liebt, niemals damit aufhören wird. In "Beautiful Burn" werden einige Kämpfe ausgefochten, sei es die Liebe eines jungen Paares oder gegen Selbsthass und -zweifel anzukämpfen, die sich hier auf vielerlei Ebenen ansiedeln und eindrucksvoll vor Augen führen, dass die Liebe Menschen auf eine Art hassen lässt, wie sie es zuvor nie getan hatten.

Obwohl ich Ellies Schwester Finley nach ihrem Rachefeldzug gerne einmal die Leviten gelesen hätte, so ist die Beziehung der Schwestern doch innig und bemerkenswert. Ellie schöpft ihren Willen, ihre Hoffnung und ihren Mut durch dieses starke Band, welches auf ihrem Weg noch von weiteren Menschen an Stabilität gewinnt. Dies schützt sie zwar leider nicht vor einem Absturz, aber es zeigt, dass sie gerade deshalb die Kraft aufbringt einen schweren, aber entscheidenden Schritt zu gehen. 

Die Autorin hat hier kleine versteckte Botschaften eingebaut, die eine Liebe erst zu etwas besonderem machen, genau wie es uns Tyler hier immer wieder vor Augen führt. Egal wie schwer oder heikle die Situation auch ist, er stärkt Ellie den Rücken und lässt sich von ihrer abweisenden Fassade nicht verschrecken und genau darauf hat es die junge Frau angelegt und nimmt bei Weitem kein Blatt vor den Mund.

Ellie versteckt sich hinter ihrer Kamera und ebenso wie sie, erleben wir ihren Blickwinkel durch die Linse. Sie sieht die Einzigartigkeit des Moments und hält ihn fest. Sie fängt Atmosphären ein, die Angst, Hoffnung, Entschlossenheit und Zuversicht gleichermaßen ausstrahlen. 

Wieder einmal eine rundum gelungene Geschichte mit vielseitigen emotionalen Spannungswellen.



Über die Autorin:


Jamie McGuire ist in Tulsa, Oklahoma, aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in der Nähe ihrer Heimatstadt. Ihr erster Roman, »Beautiful Disaster«, war ein internationaler Erfolg, an den sich weitere New-York-Times-Bestseller anschlossen.

- Piper -


Bücher der Reihe:
Beautiful

Band 1: "Oblivion"           *Rezension*
Band 2: "
Redemption"     *Rezension*
Band 3: "
Sacrifice"          *Rezension*
Band 4: "
Burn"
Band 5: "
Funeral"         erscheint am 01. August 2017














Band 1: "Beautiful Disaster"
Band 2: "Walking Disaster"
Band 3: "Beautiful Wedding"

















Weitere Bücher der Autorin:
Happenstance: Zartes Erwachen














"Bound to You"

Band 1: "Providence"    *Rezension*
Band 2: "
Requiem"        *Rezension*
Band 3: "
Eden"



Danke!