Montag, 6. Februar 2017

EHRLICHKEIT beim bloggen & rezensieren

Hallo ihr Lieben =D

Ich hoffe ihr seid gut in die neue Woche gekommen und lasst euch vom Montag nicht unterkriegen =)

Und für die Kaffeetrinker unter uns - Eine schöne Tasse Kaffee kann da wahre Wunder wirken oder den Tag zumindest etwas erträglicher machen ;)

Immer öfter kommt das Thema "Blogger und Rezensionsexemplare" auf den Tisch. Kann man wirklich sicher sein, dass man hier eine ehrliche Bewertung liest oder ist diese nur geschönt?

Natürlich kann ich hier nicht für alle sprechen, aber zumindest meine Sicht bzw. Einstellung hierzu werde ich euch mit ehrlichen Worten näher bringen.

Ich freue mich über jedes Rezensionsexemplar riesig, denn es ist in gewisser Weise auch eine Anerkennung der Leistung, die hinter dem Blog steckt. Darüber hinaus sind Bücher für mich das größte materielle Geschenk, dass mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht  zaubert und für das ich sehr dankbar bin. Die Betonung liegt hier auf materiell, da die Gesundheit meiner Familie (und dazu gehören auch meine 8 Fellnasen <3) für mich natürlich immer an erster Stelle stehen wird. 

ABER diese Dankbarkeit und Freude lässt mich natürlich nicht vergessen, was die Aufgabe eines solchen Rezensionsexemplars ist und zwar: Eine ehrliche Meinung über den Inhalt abzugeben. Ich würde mir selber eine Kugel ins Knie schießen, wenn ich nur aus Dankbarkeit jedem Buch 5 Sterne geben würde, wenn es das in meinen Augen oder nach meinem Geschmack  - der ja bei jedem individuell ist - nicht "verdient" hat. Hinter meinem Blog steckt viel Zeit, Liebe und natürlich auch Arbeit. Und hier gilt: Arbeit ist nicht gleich Arbeit, denn wenn man etwas mit Spaß und Freude macht, fällt diese Wort nicht in den negativen Aspekt. 

Wofür steht mein Blog? Er ist eine Ergänzung für meine Leidenschaft, zu lesen und in andere Welten einzutauchen. Ein Buch auch über das Lesen hinaus noch einmal Revue passieren zu lassen und den Charakteren nahe zu kommen. Viele Dinge werden einem beim Lesen gar nicht so bewusst, bis man sich mit der Rezension nochmal damit auseinandersetzt. 

Schreibe ich meine Kritikpunkte offen in einer Rezension? - Ja! Allerdings mache ich das in einem angemessenen Tonfall, schließlich steckt hinter jeder Geschichte Fleiß und Arbeit eines Autors, die ich zu schätzen weiß. Für mich ist es ein großes Talent, dass Menschen mit ihren eigenen Ideen und Gedanken ein ganzes Buch füllen. Daher finde ich, gehört es auch dazu eine "negative" Meinung nicht reißerisch zu schreiben und der Arbeit die dahinter steckt den nötigen Respekt zukommen zu lassen, indem ich meine Worte zwar ehrlich, aber höflich formuliere. 

Eine Rezension würde ich niemals "auf hübschen" wenn ich eine ganz andere Meinung vertrete, denn ich selber habe es auch schon oft erlebt, manche Kritikpunkte in Rezensionen, können nämlich unter Umständen genau das sein, was ich in Büchern suche und toll finde, weshalb mich auch niedrige Bewertungspunkte nicht davon abhalten würden, ein Buch zu kaufen. 

Darüber hinaus haben für mich Bücher einen ganz eigenen Wert und sind damals für mich, im wahrsten Sinne des Wortes, Lebensretter gewesen und heute noch ein wichtiger Anker. Dieses Thema offen zu handhaben fällt mir teilweise immer noch schwer, denn obwohl ich nicht in dem Sinne Verständnis von anderen dafür erwarte, rechne ich darüber hinaus aber auch nicht mit dem Hass den einem andere deshalb entgegenbringen. Vor einigen Jahren hatte ich Magersucht, war infolgedessen schwer krank und wohl mehr mit zwei als mit einem Bein im Grab. Ich musste zunehmen und habe das nicht so gut weggesteckt. Ich habe angefangen mich selber zu verletzen und das einzige was diese Zeit für mich erträglicher gemacht hat, war die Flucht in andere Welten die mich den Alltag und den Druck Drumherum vollkommen haben vergessen lassen. Es hat über ein Jahr gedauert, bis ich ansatzweise wieder ein normales Verhalten zum Essen hatte und in dieser Zeit war ich sauer auf alles und jeden, insbesondere auf mich, da ich es nicht geschafft habe, die Kontrolle über meinen Körper zu behalten.

Das ist vermutlich auch der Grund, warum Bücher meistens 4-5 Sterne von mir bekommen. Mir geht es darum, dass mich ein Buch zum Lächeln bringt und das ich das Glück der Protagonisten mitverfolgen und gar fühlen kann. Es ist gleichermaßen Motivation für mich, zu sehen das auch "andere" viele Tiefs durchleben, am Ende ihrer Reise aber ein Glück steht, für das es sich zu kämpfen gelohnt hat. Ich informiere mich vorher gut über Bücher, weshalb ich auch größtenteils nur die lese, von denen ich glaube, dass sie mir gefallen könnten. Ebenso sehr wie ich nicht mit großen Erwartungen an ein Buch herangehe, denn wenn Erwartungen nicht erfüllt werden, könnte das zu "Enttäuschungen" führen, die wahrscheinlich auch eine niedrigere Punktezahl mit sich bringen könnten. 

Schon oft habe ich in Rezensionen gelesen "Das ist ein Abklatsch von ...." oder "Das habe ich schon zig mal gelesen..." was ich persönlich eher irrelevant finde. Wie viele tausende Bücher gibt es für jedes Genre? Kann man da wirklich erwarten, etwas vollkommen Neues zu lesen, was es so zuvor noch nie gegeben hat? Mir geht es hier um die Interaktion der Charaktere, um ihre Wesenszüge und ihre Handlungen, so kann selbst ein vermeintlich bekannter Verlauf zu einer neuen Erfahrung oder Erkenntnis beitragen. 

Worauf ich natürlich achte sind die Gefühle und Emotionen, dass man hier auch zwischen den Zeilen lesen kann und man nicht direkt etwas vor die Nase gesetzt bekommt, dass man mitfiebert und selber Vermutungen aufstellt. Der Sprachstil sowie Kleinigkeiten, die einer Geschichte das Gewisse etwas verleihen. 

Kurz zusammengefasst ;) Von mir könnt ihr immer ehrliche Rezensionen erwarten, dass man selber einen anderen Geschmack hat und es vielleicht vollkommen anders sieht ist vollkommen verständlich und auch gut so, denn auch die Diskussionen um andere Ansichten finde ich interessant und kann einem nochmals Aspekte offenbaren, die einem unter Umständen gar nicht aufgefallen sind oder die Möglichkeit geben, etwas in einem anderen Licht zu betrachten.


Was sucht ihr in Büchern? Was darf eurer Meinung nach nicht fehlen und was ist für euch vielleicht ein No-Go?



Ich bin gespannt auf eure Reaktionen und Kommentare und diese  natürlich auch gerne mit ehrlichen Worten =*

Habt noch einen schönen Tag und lasst euch nicht ärgern ;)

Euer Blonderschatten


Kommentare:

  1. Das meiste sehe ich ähnlich. Was den Abklatsch angeht, kommt es finde ich drauf an, wie die Geschichte erzählt ist. Themen wiederholen sich, dennoch schaffen es manche Autoren, ihnen eine eigene Note zu geben. Wenn das nicht gelingt, empfinde ich das Buch auch als Abklatsch.

    Sternebewertungen habe ich im Blog gar nicht. Rezensionsexemplare beweerte ich auch noch bei Lovelybooks, da ist meine häufigste Bewertung 4. Ich habe zwar meist Kritikpunkte, aber da ich sorgsam wähle, was ich lese, sind die meisten doch insgesamt gut. 5 Sterne sind bei mir selten, die sind den wenigen Büchern vorbehalten, die mich völlig begeistern. 3 gibt es für "geht so", drunter gebe ich kaum, da muss es schon eklatante Mängel haben.

    Ich finde es auch wichtig, ehrlich, aber trotzdem sachlich zu formulieren. Sprich ich schreibe eher von unglaubwürdigen Wendungen, als dass ich scharfe Formulierungen wie "hanebüchener Müll" oder so verwenden würde. So etwas liest man ja teils auch und finde ichbpersönlich nicht so schön.

    Liebe Grüße

    Claudia

    AntwortenLöschen
  2. Huhu,

    ich sehe es ähnlich wie du. Lesen ist meine Leidenschaft und ich verbringe damit nicht nur viel Zeit sondern mache es auch noch wirklich gerne. Den Abend auszuspannen, in ein Buch einzutauchen und sich bei einer guten Geschichte wegzuträumen ist doch der beste Weg einen Tag gemütlich zu beenden.
    Und daher lese ich auch das, was mir Freude bereitet. Oder halt, was ich vom Klappentext vermutlich mögen werde. Natürlich sind die Rezensionen dann oft recht gut bewertet, eben weil ich mochte, was ich gelesen habe und wenn ich mal ein Reziexemplar anfrage und es kommt ein paar Wochen später an, lasse ich dieses auch mal ne Woche oder auch zwei liegen, falls mir in dem Moment nicht danach ist diese Geschichte zu lesen.
    Ist das unehrlich? Ich finde nicht. Zeit ist kostbar und die verdrömmel ich nicht mit Büchern, auf die ich keine Lust habe. Rezensionen sind halt subjektive Meinungen und so könnte ein Buch, das 4 Sterne von mir bekommen hat, weil ich grade Lust auf die Story hatte in einer anderen Leselaune vielleicht nur 3 Sterne bekommen.
    Aber ich glaube, solange man ein wenig Stellung zu seiner Bewertung nimmt und erklärt, was einem warum gut oder eben nicht so gut gefallen hat, ist das die Hauptsache.

    Liebe Grüße
    Steffi

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Julia :)

    Danke für diesen Beitrag. Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, so einen zu verfassen und meine Sicht der Dinge klar zu stellen :)

    Und ich bin ganz deiner Meinung: Ehrlichkeit gehört dazu, ganz gleich, von wem oder aus welchem Verlag das Buch kam. Es ist ja nicht so, dass man alles annimmt, hauptsache, es sei kostenlos, stattdessen informiert man sich und achtet darauf, ob es einen anspricht, ob es zum eigenen Lesegeschmack passt und nimmt erst dann an, oder lehnt eben höflich ab.
    In einer Rezension will ich Ehrlichkeit lesen, deswegen packe ich auch immer meine ehrliche Meinung in meine Rezensionen, denn Beschönigungen helfen da weder mir, noch den Lesern meines Blogs, außerdem finde ich es nicht gerecht, eine Rezension "hochzuheben", nur weil man den Autor vielleicht sympathisch findet oder was es da für andere Gründe dafür gibt.
    Ich bin ehrlich - für mich ist ein Rezensionsexemplar ein Privileg, egal ob vorablesen oder regulär - und ich behandle die Arbeit mit Respekt, trete auch dem Autor respektvoll gegenüber, aber ich würde niemals ihm - ich sags mal salopp - Honig um den Mund schmieren, nur, weil ich es kostenlos erhalten habe.
    Gerade wenn es ein Testleseexemplar oder Vorableseexemplar ist, bin ich immer noch eine Runde kritischer, sehe genauer drauf, versuche Fehler zu finden und diese dann auch mitzuteilen, aber wie du sagtest, auf eine respektvolle, höfliche Art und Weise und nicht wie der letzte Dorfnarr ._.

    Danke für deinen Beitrag und deine eigene Ehrlichkeit!

    Liebe Grüße
    Diana aka Lizzy von Buchmelodie

    AntwortenLöschen
  4. Wow, ich teile deine Meinung vollkommen und finde den Artikel darüber sehr toll und offen formuliert! Danke!

    AntwortenLöschen