Freitag, 29. Januar 2016

REZENSION "Die Greifen Saga: Die Träne der Wüste" von C.M. Spoerri



Leseprobe
Mica scheint die Chance erhalten zu haben, einer Gilde anzugehören und dadurch vielleicht einer besseren Zukunft entgegenzublicken. Aber dann passiert etwas, das all ihre Pläne durchkreuzt und sie abermals vor die Frage stellt: Was haben die Götter bloß mit ihr vor? Und welche Rolle spielt der Schurke Néthan, der sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich mehr über seine Vergangenheit zu erfahren? 
Währenddessen keimt in Micas Bruder Faím Hoffnung auf: Er darf zurück nach Chakas zur Gilden-Aufnahmezeremonie der Sommersonnenwende. Ob er dort seine Schwester wiedersehen wird?

Seitenanzahl: 422
Preis: 11,95 EUR [TB]
ISBN: 978-3906829036
Verlag: Sternensand Verlag





Cover:

Ein traumhafter Blickfang, der die drei elementarsten Dinge der Geschichte hervorhebt. Die Geschichte von Fáim auf dem Schiff 'Smaragdwind', die Greife und natürlich Mica, die gleich mehrere Geschichten miteinander vereint. Der perfekte Rahmen für eine eindrucksvolle und überwältigende Welt.



Meinung:

Schon im ersten Band der Greifen Saga, hat die Autorin gezeigt, dass nichts so verläuft, wie es den Anschein hat und auch dieser beibehaltene Stil führt hier wieder zu eindrucksvollen und überraschenden Wendungen. 

Mica ist eine nach wie vor sympathische Figur, deren stetige Entwicklung sie zu etwas besonderem erwachsen lässt. Eine Weiterentwicklung der Charaktere zu beobachten finde ich immer sehr wichtig, dennoch darf der Kern der Person niemals grundlegend verändert werden, genau das hat C.M. Spoerri hier erneut geschafft. Mica bleibt sich treu, ist nicht auf den Mund gefallen und weiß sich durchzusetzen, dennoch kann sie sich auch führen lassen. Sie steht einigen Hürden gegenüber, sei es durch Dritte bewirkt oder durch ihr eigenes Gefühlschaos. Als Mitglied der Diebesgilde erhofft sich der Teenager die Chance auf eine bessere Zukunft, doch auch hier wird ihre Hoffnung schnell zerstreut und ihr Leben wieder in eine Bahn mit ungewissem Ausgang gelenkt. 

>>Sein Verantwortungsgefühl in Ehren, aber er kann dich nicht zu Tode trainieren.<< >>Er meinte, dass ich besser im Training sterbe, als bei einer Mission.<< Mica grinste sarkastisch. >>So, meinte er das ...<< Arens Blick war unergründlich.

Mit der Diebesgilde gewinnt Mica nicht nur so etwas wie eine Familie, sondern auch Cassiel als guten Freund und Ausbilder. Dieser sprunghafte Charakter hat mich einiges an Nerven gekostet, da sag nochmal einer Frauen sind wankelmütig ^^ Er verkompliziert vieles, lässt kaum emotionale Regungen zu und in der nächsten Sekunde ist er einfühlsam und zeigt eine andere Seite von sich. Doch gerade dieses hin und her bietet ein kleines Mysterium welches ich ergründen wollte, denn wie sich im Laufe der Zeit herauskristallisiert, hat er eine Barriere um sich herum errichtet, die jegliche positiven Emotionen von sich stößt, doch vor Micas Einfluss ist auch er nicht gefeit. 

Warum nur wollte er dieses Mädchen mit allem, was er besaß beschützen [...]

Néthan und Micas Wege kreuzen sich im Orden der Greifen und sein Charme führt dazu, dass sich ihre Verbindung über ein „Lehrer-Schüler-Verhältnis“ hinaus bewegt. Seine Andeutungen Mica gegenüber wirken gleichermaßen auf den Leser. Die geheimnisvolle Aura um ihn wird weiter aufgedeckt und dennoch bleiben noch einige Punkte offen. Er ist schwer einzustufen, weshalb es schwierig ist, seine Handlungen vollends zu deuten. Ist er wirklich ein Schurke oder steckt ein ganz anderer Kern in ihm? Mit seinen kecken Sprüchen entschärft er selbst heikle Situationen bzw. nimmt ihnen die Schwere. Neben seinem Platz an Micas Seite und als Oberhaupt der Sandschurken begibt er sich gleichzeitig auf den Weg verlorene Erinnerungen wiederzufinden und sich seiner Vergangenheit zu stellen, bevor sie es schafft ihn einzuholen. 

Insbesondere mit Micas Bruder Faím hat die Autorin im ersten Band gezeigt, dass seine Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen ist. Auch hier beweist er seine Stärke und zeigt, was alles in ihm steckt, indem er stetig über sich hinaus wächst. Manchmal bedarf es Situationen vor denen wir uns am meisten fürchten, damit wir selber sehen, wozu wir eigentlich fähig sind. Seinen Platz auf dem Schiff 'Smaragdwind' hat er sich hart erarbeitet. Die ihm bevorstehenden Hürden scheinen so leicht zu meistern, indem er sich selber treu bleibt, doch die Meerjungfrau und Sarton, der Schiffskapitän, ziehen jegliche Stränge, die für ihn fatale Folgen haben können und dessen Ausmaß im ersten Moment nicht vollends ersichtlich ist. 

Der Grund, warum er noch am Leben bleiben wollte, war so einleuchtend wie befremdlich: Er konnte die Meerjungfrau nicht im Stich lassen.

Die Geschwister getrennt voneinander zu erleben ist sowohl interessant, als auch bedrückend. Sie vermissen einander und dennoch gehen sie ihren eigenen Weg und wachsen über sich hinaus. Bei Mica nicht verwunderlich, sie war schon immer eine starke Persönlichkeit um ihrem kleinen Bruder wenigstens ein Stück Halt bieten zu können, doch Faím hat eher schwach und zerbrechlich gewirkt, die Trennung hat so gesehen auch einen positiven Effekt, denn er steht auf eigenen Beinen und hat sich selbst etwas erkämpft. 

Die Sommersonnenwende stellt sowohl für Mica, als auch für Faím eine Art Aufnahmeritual da. Werden sich die Geschwister dort wiedersehen oder verläuft wieder alles anders als geplant? 

Die Verflechtung der Greifen und auch die Namensgebung haben mir sehr gut gefallen. Die Tiere werden hervorgehoben, ihnen wird Persönlichkeit verliehen und Leben eingehaucht. Wir werden in diesem Bereich wieder in eine neue und vollkommen magische Welt entführt, die mich gefesselt hat. Das Leben hält einiges für uns bereit und wie es Mica erlebt hat, verläuft das Leben nicht nach Regeln oder gefassten Plänen. Die Reise der Charaktere ist noch längst nicht zu Ende.



Charaktere:

Mica hat Höhen durchlebt und ist immer wieder auf den Boden der Tatsachen aufgekommen. Sie beweist Stärke, denn sie lässt sich nicht unterkriegen, verliert niemals die Hoffnung, egal wie ausweglos eine Situation auch zu sein scheint. Geborgenheit ist ein Gefühl, das sie lange Zeit vermisst hat. In Aren - Cassiels Vater - findet sie eine Bezugsperson, doch ihre Gefühle geraten mit Néthan und Cassiel in Wallung.


Schreibstil:

Der Einblick in die Köpfe - insbesondere der Protagonisten - finde ich immer wieder toll, doch umso mehr Blickwinkel man hat, desto unübersichtlicher wird es - meistens! C.M. Spoerri ermöglicht hier Einblicke in die Köpfe der verschiedensten Charakter - Mica, Faím, Cassiel, Néthan, Aren, Cilian - ein große Spannbreite, die jedoch zu keinem Zeitpunkt für Verwirrung meinerseits gesorgt hat. Alles war klar strukturiert und hat vielen Situationen einen einzigartigen Schliff verliehen. 
Ebenso das Geschick der Autorin, einzelne Fäden zu einem Ganzen zu vereinen hat mich beeindruckt. Ihrem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt, weshalb wir in eine rundum spannende und gelungene Welt eintauchen.

Facettenreiche Charaktere findet man hier zuhauf. Auch die Konstellation wie sie miteinander in Verbindung stehen war sehr geschickt verpackt und hat umso häufiger für die ein oder andere Überraschung gesorgt. Besonders in Bezug auf Cassiel und seinen Vater sind einige Konflikte hervorgetreten und Micas Handlungen haben diesbezüglich nochmal ihre charakterlichen Stärken hervorgehoben.

Mystisch, magisch, fantastisch - All diese Aspekte vereint die Autorin mit unglaublichem Feingefühl miteinander. Personenkonstellationen, unvorhersehbare Geschehnisse und eine geballte Portion jeglicher Emotionen machen auch den zweiten Band der 'Greifen-Saga' zu einer wundervollen Reise in eine andere Welt.

Ein großes Finale steht uns bevor und ich bin gespannt, was C.M. Spoerri diesmal für uns bereithält, denn bei ihr können wir sicher sein, dass Leben lässt sich nicht in bestimmt Bahnen lenken, es gibt immer eine Abzweigung, die uns an ein vollkommen anderes und ungeplantes Ende bringt. Mit anderen Worten - Im finalen Band ist noch alles möglich ;)


Zusatz im Buch:

  • Karte Region Chakas
  • Glossar



Bewertung:




Zur Autorin:

C. M. Spoerri lebt in der Schweiz und schreibt in erster Linie Jugendromane im Fantasy-Genre. Ihre vierteilige Debüt-Reihe »Alia« eroberte bereits die Herzen vieler Leser. Die »Greifen-Saga«, die insgesamt drei Bände umfassen wird, ist ihre zweite Fantasy-Reihe.

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Weitere Bücher der Reihe:





















Weitere Bücher der Autorin:
Band 1: "Alia - Der magische Zirkel"
Band 2: "Alia  - Der schwarze Stern"
Band 3: "Alia - Das Land der Sonne"
Band 4: "Alia - Das Auge des Drachen"

Spin-Off: "Die Magier von Altra"
















Danke!

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