Sonntag, 23. Oktober 2016

REZENSION "Entführt und verführt" von J.L. Drake [Broken-Trilogie]


Savannah Miller, die 27-jährige Tochter des Mayors von New York, wird von der großen Kidnapper-Gruppe Los Sirvientes Del Diablo entführt. Sieben Monate wird sie in Tijuana, Mexiko, in Gefangenschaft gehalten, wobei sie jegliches Zeitgefühl verliert. Als sie sich schon beinahe selbst aufgegeben hat, naht ihre Rettung. Die Shadow Group, eine Spezialeinheit der US-Army, befreit Savannah und stellt sie unter ihren Schutz. In einem abgelegenen Haus wird sie vorerst in Sicherheit gebracht. Doch die Außenwelt und auch ihre Familie dürfen nicht erfahren, dass sie dort ist – denn das könnte sie in Gefahr bringen. Cole Logan, das obere Mitglied der Shadow Group, ist persönlich für Savannah verantwortlich und schafft es schnell, ihr Vertrauen zu gewinnen Als Anführer der Shadow Group und Workaholic hatte Cole bisher keinen Sinn für romantische Gefühle. Aber bei Savannah scheint alles anders zu sein. Und auch Savannah spürt mehr als pures Vertrauen – seine erotische Anziehungskraft lässt sie in seinen Händen zerfallen und sich ganz der Lust der Verführung hingeben. Doch wird Cole Savannah und sich selbst in Gefahr bringen, wenn er seinen kühlen, klaren Kopf verliert?

Seitenanzahl: 339
Preis: 9,99 EUR
ISBN: 978-3-95761-133-8

Verlag: Lago



Sieben Monate Gefangenschaft, haben Savannah das Vertrauen in Menschen verlieren lassen. Sieben Monate, in der man ihr jegliche Kontrolle über ihr eigenes Leben aus den Händen gerissen und mit ihren Ängsten gespielt hat. Wie wichtig uns unsere Freiheit ist, bemerken wir erst, wenn wir in unserer Entscheidungsfreiheit eingegrenzt werden, Kontrolle zu haben, gibt uns das Gefühl von Sicherheit, weshalb Savi etwas gefunden hat, was nur ihr selbst obliegt. Sie hat einen vermeintlichen Ausweg aus der Hölle gefunden, doch auch von den Shadows gerettet, ist sie nicht bereit, dieses Muster abzulegen und diesen Teil von Kontrolle erneut aus der Hand zu geben.

Betrug. Täuschung. Unwahrheit, Verfälschung. Erfindung. Mythos. Fabel. Flunkerei ... wie man es dreht und wendet, es meint immer dasselbe. Lügen.

Die Männer von "The Shadows" sind ein bunt gemischter Haufen, die dem gesicherten Haus eine Menge Leben einhauchen. Allerdings ist so viel Testosteron auf einmal gar nicht so leicht weg zu stecken, denn obwohl die Einheit Savi gerettet hat, sind sie doch alle Fremde für sie. Hier spürt man durchweg die Professionalität der Männer, denn ihr Job ist es, Entführungsopfer zu retten. Sie lassen Savi den nötigen Raum, sich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen und wahren die nötige Distanz, um ihr zu vermitteln, dass dort jeder nur ihr Bestes im Sinn hat. 

Über die Ereignisse zu sprechen, die Savi durchlebt hat, ist ein Schritt dem sie sich lange Zeit verwehrt, was ich durchaus verständlich finde, denn wer möchte nochmal alles durchkauen, was man nur noch abhacken möchte? Allerdings zeigt sich auch hier, dass dies ein wichtiger Verarbeitungsprozess ist, der mit Hilfreichen Tipps von Dr. Roberts einhergeht, die ihr bei Krisensituationen auch zukünftig helfen. Zu sehen, wie Savi langsam beginnt wieder am Leben teilzunehmen und ihre neckische Art auch die Männer fasziniert, war mit zahlreichen Hochs verbunden. Sie ist schlagfertig und dabei eine Frau, die ihre Erlebnisse nicht als Ausrede dafür nimmt, sich zurück zu ziehen. Sie ist dankbar für den Schutz den sie geboten bekommt und findet neue Freunde, die ihr allesamt beistehen. Nur einer tanzt ein wenig aus der Reihe, bekommt von Savi die Stirn geboten und landet damit im Fokus seiner Aufmerksamkeit. Wie groß die Folgen dessen sind, hätte ich zu diesem Zeitpunkt allerdings niemals vermutet. 

Nur weil wir die Gefahr nicht sehen, bedeutet das nicht, dass sie nicht existiert.

Logan ist ein schwer einzuschätzender Mann, obwohl er sich vor Savi öffnet, scheint er dennoch mit etwas hinterm Berg zu halten, was ihn geprägt hat. Er wahrt Distanz, denn so sieht es die Professionalität in seinem Job vor. Doch mit den sich entwickelnden Gefühlen zu seinem Schützling, kommt eine Komponente hinzu, die ihn in seinem Auftrag beeinflusst, dafür aber bedachter und aufmerksamer agieren lässt, denn durch sie hat er einen Grund, wieder nach Hause zurück zu kehren um Savi schützen zu können und das ist ein alles andere als leichtes Unterfangen, denn hier ist es die Gefahr, die im Hintergrund lauert und noch nicht als solche erkannt wurde, da sie im Mittelpunkt der verschiedensten Personen steht, die alle eine andere Absicht verfolgen und diesen Knoten aus Verstrickungen zu lösen und alle Beteiligten ausfindig zu machen, ist ein Spiel mit der Zeit, bei dem Cole kurz davor steht, sein Versprechen zu brechen und Savi erneut den Boden unter den Füßen verliert.

>>Es ist, als wäre jemand in meinen Kopf eingedrungen, hätte meine tiefsten Sehnsüchte entdeckt und dich erschaffen.<< 

Sue und Daniel sind Eltern, wie man sie sich nur wünschen kann. Obwohl Daniel die Verantwortung der Shadows in die Hand seines Sohnes gelegt hat und seine volle Aufmerksamkeit erwartet, so stellt er die Entscheidungen seines Sohnes Cole niemals in Frage und unterstütz ihn, ebenso wie seine Mutter Sue, in jederlei Hinsicht. Zu sehen, wie Savi bei den beiden angenommen wird, hat mich unglaublich gefreut, denn in ihrem Umgang steckt so viel Liebe und Geborgenheit, die sofort auf einen überspringen.

Savi hat mit einigen Flashbacks zu kämpfen, die wichtige Details ans Tageslicht bringen, deren Komponenten sich allerdings nicht zusammenzufügen scheinen. Unterstützung erhält sie von allen Seiten, Keith ist streng, denn er ist um ihre Sicherheit bedacht, dennoch verbirgt sich unter seiner rauen Schale ein weicher Kern, der schnell erahnen lässt, das er in Savi eine Freundin gefunden hat. Mark ist Coles rechte Hand und bester Freund, er findet immer die richtigen Worte um ihr die Angst zu nehmen und ist in jeder Situation für sie da. Cole hingegen erdet sie und lässt sie erkennen, dass der Weg nach Hause, nicht unbedingt ein Weg zurück bedeuten muss. Ihr altes Leben hat sie vor sieben Monaten verloren und mit Cole etwas gefunden, was viel mehr Wert ist. Wenn man wirklich liebt, muss man Risiken eingehen und diesen Grundsatz leben die beiden. Selbst Savi ist bereit, sich erneut in Gefahr zu begeben um denjenigen zu schützen, der ihr mehr gibt, als sie jemals zuvor erfahren durfte. 

Obwohl Cole Savi gerettet hat, so ist es auch sie, die ihn rettet, wegen dem Wissen um sein Versprechen verliert er nicht die Kraft, für ihre Liebe zu kämpfen. Ein spannender Showdown zum Ende des ersten Bands der Trilogie, der den Leser atemlos zurücklässt und für den Savi einen hohen Preis zahlen muss.


Savi hat sieben Monate in der Hölle verbracht ohne dabei gebrochen zu werden. Der Weg, sich zurück in ein normales Leben zu kämpfen ist jedoch schwer und steinig, zumal sie in die Pläne zahlreicher Drahtzieher verstrickt ist, dessen Ausmaße noch keiner einzuschätzen vermag. Logan gibt ihr Halt und lässt sie neuen Mut fassen, die Schilderungen über Cole hingegen machen ihr Angst. Ein Mann, der schon viele Menschen getötet hat. Mit der Erkenntnis, dass es sich bei den Männern um die gleiche Person handelt, schottet sie sich erneut ab um die unterschiedlichen Wesenszüge zwischen Einfühlsamkeit und Brutalität mit Cole Logan übereinzubringen, doch egal wie tief sie fällt, er wird sie immer auffangen. 

Cole Logan ist einer der Besten seiner Art, den er distanziert sich von dem, was sein Beruf an emotionalen Lasten mit sich bringt. Auch Savi war für ihn anfangs nur ein Auftrag, doch zu sehen, wie sie nach sieben Monaten Gefangenschaft wieder auftaut, die Männer von The Shadows mit ihrer Schlagfertigkeit beeindruckt und dabei auch den überheblichen York die Stirn bietet, lässt Gefühle in ihm aufkeimen, die ihm mit einer seiner wichtigsten Regeln brechen lässt: Verspreche niemals etwas! Schon oft hat er in seinem Job zu spüren bekommen, dass auch die noch so kleinste Komponente, alle Pläne zerschlagen und zu einem vollkommen unerwarteten Ende führen kann. Versprechen sind demnach auch mit Enttäuschungen verbunden. Mit Savi hat er allerdings eine Frau gefunden, die ihm ein Grund gibt, lebend aus einem Einsatz wiederzukommen. Ein Versprechen, dass von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist, denn als Oberhaupt der Shadows, ist er der letzte, der das sinkende Schiff verlassen darf und würde.


J.L. Drake verspricht mit ihrem Klappentext zum ersten Teil der "Broken"-Trilogie jede Menge Spannung und Action, doch was sich hinter dem schönen Äußeren verborgen hält, sprengt alle Grenzen. Dabei meine ich nicht, dass es an den Haaren herbei gezogen ist, ganz und gar nicht, es reißt emotional mit, berührt und fesselt. Worte, die nicht ansatzweise beschreiben können, welche Achterbahnfahrt wir hier durchleben.

Obwohl ich schon zahlreiche Bücher diesen Genres gelesen und verschlungen habe, so eröffnet uns die Autorin hier eine Welt, die alles mir zuvor bekannte in den Schatten stellt, denn hier kommt es zu einer richtigen Interaktion zwischen dem Kartell Los Sirvientes Del Diablo und der Spezialeinheit Shadow Groupe. Zwei komplexe und gut ausgeklügelte Gruppen die facettenreiche Charaktere bereithalten und die einen aufgrund ihrer Individualität und Persönlichkeit immer den Überblick bewahren lassen.

Die Männer der Shadow-Einheit überzeugen mit Schlagfertigkeit, Witz und Loyalität, denn jeder kämpft unter Einsatz seines Lebens, bedingungslos und ohne zu zögern an der Seite des jeweils anderen. Ein Zusammenhalt, der einer Familie gleichkommt und dahingehend unglaublich berührt. Abigail ist die gute Seele des Hauses, die auch dem stärksten Muskelprotz die Leviten liest. Mark und Cole verbindet eine lange Freundschaft miteinander, die sie zu einem unschlagbaren Duo machen. Vertrauen ist der Kern in der Verbindung ihrer Einheit und dieses Vertrauen ist an keinerlei Bedingungen geknüpft. 

Die Autorin hat ein beeindruckendes Feingefühl für Details und die Wesenszüge ihrer Charaktere. Die verschiedensten Persönlichkeiten, machen diese Geschichte zu einem rundum gelungenen Leseabenteuer, das puren Nervenkitzel hervorruft. 

Jeder der mich kennt weiß, dass Englisch und ich keine Freunde sind, allerdings ist es das erste Mal, dass ich hier nicht die Geduld aufbringen konnte, darauf zu warten, dass der zweit Band endlich auf Deutsch erscheint, weshalb ich mir den zweiten Band als eBook in Englisch gekauft und nach einem Tag zu Ende verschlungen habe. Weshalb ich abschließend nur sagen kann: In meinen Augen ist diese Geschichte der pure Wahnsinn und hebt das Wort "Suchtfaktor" auf ein ganz neues Level. Sobald der zweit Band auf Deutsch erschienen ist, stürme ich natürlich dennoch meine Buchhandlung und tauche wieder in die Welt von Savi, Cole, Mark, Keith, Paul, Sue, Daniel, Abigail und so viele weitere Charaktere, die man auf Anhieb lieb gewinnt und hinter ihrer rauen Fassade ein Herz aus Gold bewahren. 




Danke!



Sonntag, 16. Oktober 2016

REZENSION "Love without Lies" von Vivien Johnson




Als Virginia Bishop nach 4 Jahren Uni zurück in ihre Heimatstadt Weaverhill kommt, ist alles ein wenig anders. Ihr Vater redet nach einem Streit vor der Uni nicht mehr mit ihr und zu allem Überfluss hat er auch noch einen Arbeiter namens Blake Moore eingestellt. Ein Traum von Mann, zumindest für Virginia. Sie mag ihn, das stellt sie gleich in den ersten Minuten ihres Zusammentreffens fest. Doch als Virginia von einer ehemaligen Freundin erfährt, dass er die Ranch erben soll und nicht wie geplant sie, fühlt sie sich hintergangen. Kann sie Blake noch vertrauen?

Seitenanzahl: 230
Preis: 2,99 EUR [E]

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Seitdem Virginia wieder nach Weaverhill zurückkehrt ist, scheint es, als hätte ihre Familie Probleme, die sie vorher nicht hatte. Während ihre Mutter kurzzeitig alles zuvor gewesene beiseite zu schieben scheint, tritt Virginias Vater ihr mit Ablehnung gegenüber, die auch auf die Mutter überzuspringen scheint. Vier Jahre Trennung voneinander haben die junge Frau einiges an Erfahrungen gelehrt und genau dies scheint der Punkt, welcher den Unmut des Vaters ausgelöst hat. In mancher Hinsicht kann ich die Reaktion der Eltern verstehen, denn der Aufbruch Virginias vor vier Jahren war ein ungünstiger Zeitpunkt, im Hinblick auf den Gesundheitszustand eines Familienmitglieds, doch was ihr am meisten vorgeworfen wird, ist, dass sie die Range "aufgegeben" hat und nicht den Erwartungen ihrer Eltern nachgekommen ist. In meinen Augen, sollten Eltern ihre Kinder unterstützen ihre Ziele zu erreichen und Virginia hat sich hier keine Ziele gesetzt, die abwegig waren oder keine Zukunft geboten haben. Dass sich der Vater so quer gestellt hat und auch die jüngere Schwestern Angst entwickelt hat, ihren Träumen nachzugehen hat meine Wut wachsen lassen.

>>Letztlich ist es deine Entscheidung<<

Ebenso die Mutter scheint ein Mitläufer zu sein. Einerseits ist sie froh ihre Tochter wieder wohlbehalten bei sich zu haben, andererseits lässt sie sich von ihrem Mann zu sehr beeinflussen und verschließt die Augen vor den Hinweisen, die ihr Aufschluss geben könnten und bringt Virginia gleichsam dazu, ihr Geheimnis weiterhin zu hüten. Die Gerüchte über Virginias Aufbruch damals scheinen an den Haaren herbeigezogen zu sein, letztendlich scheint jedes Gerücht jedoch ein Puzzelstück zu sein, die alle zusammen ein unglaubliches Geheimnis ans Tageslicht bringen, welches eine Kettenreaktion ausgelöst hat. 

Virginias Vater weiß genau, wie viel ihr an der Range liegt, weshalb er seine ganz eigene Art gefunden hat, sie für ihre Flucht zu bestrafen. Hier kommt Blake mit ins Spiel, der sich in die Angelegenheiten der Eltern und ihrer Tochter nicht einmischen möchte. Eine Einstellung die ich nur bis zu einem gewissen Punkt gut heiße, denn bald entwickelt sich etwas zwischen den Beiden, bei dem es auch in Blakes Händen liegt, reinen Tisch zu machen.

>>Sie kann sich gar nicht auf ihr Leben konzentrieren, weil du ihr Leben bist.<< 

Die Bishops sind für Blake zu einer Art Ersatzfamilie geworden, da sie die ersten waren, die ihm ein zu Hause geboten und das Gefühl von Geborgenheit vermittelt haben. Als Virginia nach vier Jahren wieder die Range betritt, beginnt für Blake ein innerer Kampf, denn entgegen der Andeutungen seines Chefs der zugleich der Vater von Virginia ist, ist er bereit hinter die tapfere Fassade der jungen Frau zu blicken, im Gegensatz zu ihrer Familie, die nicht einmal versucht hat, zu ihrer Tochter durchzudringen, sondern einfach alles hingenommen haben. Angesichts der damaligen Umstände, vermute ich jedoch auch, dass hier zahlreiche Gefühle ineinander übergegriffen haben und man in der Phase der Angst und Trauer, die Dinge nach ihrem äußeren Schein betrachtet hat und nicht in der Lage war, die Geschehnisse tiefer gehend zu analysieren, weshalb ich die erste Reaktion der Familie über den Zeitpunkt ihres Aufbruchs sehr gut verstehen kann, ihre Ausmaße hingegen bei weitem nicht mehr gut heiße. 

Wieder auf der Range angekommen, hat Virginia vorerst einen wichtigen Teil ihres Lebens zurückgelassen, findet mit Blake aber die Art Trost, die ihr eine neue Perspektive eröffnet. Als es jedoch hart auf hart kommt, straft Blake seine Worte Lügen und realisiert erst in dem Moment als es zu spät ist, was er alles aufgegeben hat. Ein Brief stellt seine Welt erneut auf den Kopf und es beginnt gleichzeitig ein Wettkampf mit der Zeit. Wird Blake diesmal die richtige Entscheidung treffen oder hat er bereits sechs Monate zuvor, alles verloren?



Virginia ist eine Frau, die einen mutigen Weg eingeschlagen hat, weil sie keinen anderen Ausweg gesehen hat. Nach vier Jahren fasst sie endlich den Mut, nach Weaverhill zurückzukehren und sich sowohl mit ihrer Familie, als auch ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen, die sie dazu gedrängt hat, ihre geliebte Range zu verlassen. Trotz all der Zeit steht ihr Vater ihr mit Gehässigkeit und Argwohn gegenüber, nur Blake scheint sich davon nicht beeindrucken zu lassen, schafft es letztendlich ihr wohl gehütetes Geheimnis zu lüften. 

Blakes Leben war eine Fahrt bergab, bis er bei den Bishops eine Unterkunft, Arbeit und letztendlich sogar Menschen gefunden hat, die für ihn zu einer Art Familie geworden sind. Große Stücke werden auf ihn gesetzt, weshalb er etwas bekommen soll, worauf Virginia jahrelang hingearbeitet hat, was das junge Band zwischen den beiden, gleich zum Zerreißen zu spannen scheint. Er wird vor die Wahl gestellt: Entweder vergisst er Virginia und der geschlossene Pakt bleibt bestehen, oder er enttäuscht diejenigen, die ihm bereit waren, alles zu geben und verliert seine damals neu gewonnene Familie. So oder so scheint es keine Familienzusammenführung zu geben, bis ihn ein Brief zur Besinnung ruft und ihm die Augen dafür öffnet, was er wirklich zu tun hat.


Vivien Johnson hat mit "Love without Lies" eine Geschichte geschaffen, die das Herz berührt. Virginia ist eine taffe Protagonistin, die ihr Leben selbst in die Hand genommen und damals einen Weg eingeschlagen hat, bei der ihr jegliche Vertrautheit genommen wurde, welche sie zu diesem Zeitpunkt dringend benötigt hätte. Trotz all der Umstände hat sie sich ein Ziel gesetzt und dieses auch erreicht. Die Erinnerungen an die guten Zeiten mit ihrer Familie bringen sie dazu, zu ihrem Heimatort zurück zu kehren, denn es gibt jemanden in ihrem Leben, dem sie ebenfalls eine Familie und die gleiche Wärme die sie früher erfahren hat, schenken möchte. Gefühle die greifbar waren und sehr gut umgesetzt worden. Derartige Hürden zu nehmen erfordert großen Mut, den die Autorin hier sehr gut hervorgehoben hat. 

Blake hat mich ebenso fasziniert, denn obwohl er ein Mitglied der Familie Bishop geworden ist, möchte er Virginia gegenüber seine eigenen Erfahrungen machen und lässt sich nicht von der Wut des Vaters blenden. Allerdings hat auch er mich einmal überrascht, denn trotzdem er so reif und erwachsen wirkt, hat auch er einige Versprechen auf die leichte Schulter genommen und Virginia dadurch eine Beständigkeit geboten, die er ihr mit einem Schlag wieder genommen hat. Nichts desto trotz sind es auch Fehler die wir machen müssen, um auf den richtigen Weg zu finden und er ist jemand, der einen Fehler nicht zweimal macht und alles daran setzt, diesen wieder gerade zu biegen.

Auch die Nebencharaktere strahlen hier mit Beständigkeit und Stärke, denn trotz aller wilden Gerüchte die um Virginia brodeln, gibt es einige wenige, die sie nicht verurteilen und ihr zu einer wichtigen Stütze werden, denn kaum einer weiß, dass Gerüchte auch einen Großteil der Wahrheit wiederspiegeln. 

Ein rundum fesselndes Leseabenteuer, das mich in mehrfacher Hinsicht begeistert hat. Eine Geschichte, wie sie das Leben geschrieben haben könnte und der Kampf zweier junger Menschen, die aus ihren Fehlern lernen und mit ihnen wachsen. 



Weitere Bücher der Autorin:
Band 1: "Verlangen"        *Rezension*
Band 2: "Leidenschaft"
Band 3: "Hingabe"
Veröffentlichung ist für Herbst 2016 geplant




















Zur Autorin:

Vivien Johnson lebt im wunderschönen Bremen. Hauptberuflich arbeitet sie als technische Zeichnerin, doch immer mehr wird ihr Laptop zu ihrem besten Freund. 

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Sonntag, 2. Oktober 2016

REZENSION "Colors of Beauty" von Ivy Paul



















Wer bist du, wenn alles, was dich ausmacht, verloren ist?

Seelisch und körperlich am Ende nimmt der Filmstar und Playboy Lance P. Cavan eine neue Identität an und lässt sich in einem Küstenort New Englands nieder. Als Liam Nessuno arbeitet er auf einem Fischkutter und freundet sich mit seinen Nachbarn, der kühlen, zurückhaltenden Pauline Quinn und ihrem am Down Syndrom leidenden Onkel Frederic an.
Eine zarte Liebesgeschichte entspinnt sich zwischen Pauline und Lance, doch beide tragen schwer an den Narben, die sie für das Leben zeichneten…

Seitenanzahl: 318
Preis: 12,90 EUR
ISBN: 978-3-86495-237-1
Verlag: Plaisir d'Amour



Das liebende Pärchen und der im Hintergrund verblassenden Küstenort, schaffen hier eine besondere Atmosphäre, welche durch die verschiedenen lila und violetten Nuancen, in ein warmes Licht gehüllt wird. Allein das Cover zeigt, dass man für das wahre Glück nur einen Partner braucht, der einen mit Liebe erfüllt. Ein toller Blickfang, der im Inneren noch viel mehr verborgen hält.



Durch Lance zeigt uns die Autorin, dass das nach außen hin schillernde Leben eines Filmstars, zahlreiche Schattenseiten bereithält. Mit der Idee sich eine neue Identität zuzulegen eröffnet Ivy Paul zahlreiche Türen, die mich in der Weiterentwicklung neugierig gemacht haben, denn einerseits erhält Lance als Liam in dem Küstenort die Möglichkeit einen kleinen Neuanfang zu starten, beidem man ihn nicht auf sein Aussehen reduziert, be- oder verurteilt und sein wahres Ich nach außen kehren kann. Auf der anderen Seite hingegen, basiert sein neues Ich von vorneherein auf einer Lüge, bei der sich sein Gegenüber irgendwann fragen wird, wie viel Wahrheitsgehalt in den Dingen steckt, die man über ihn erfahren hat. Ein Konflikt, den ich auf beiden Seiten sehr gut nachvollziehen kann. Als bekannter Schauspieler eilt einem ein Ruf voraus und wie viele Menschen gibt es, die unvoreingenommen auf jemanden blicken, den sie vermeintlich zu kennen glauben? Doch obwohl auch Lance bei Zeiten ein wenig über die Stränge geschlagen ist, so kann sich keiner - ob Star oder nicht- von Fehlern freisprechen. 

Ein selbstbewusster Mann, ein Frauenheld, hätte Pauline mit Charme und Humor aus der Reserve gelockt. Liam lag es jedoch nicht, sie mit einem flotten Spruch für sich einzunehmen, sie vielleicht daran zu hindern, ihm erneut die Vorlage für eine Absage zu bieten.

In diesem Zusammenhang hat mir Liams wachsende Verbindung zu Frederic sehr gut gefallen. Ein Mann, der auf andere Art von Menschen skeptisch beäugt wird und dem ebenfalls nicht ermöglicht wird, seinen wahren Wesenskern zu erfassen. Diese freundschaftliche Verbindung zeigt, dass Lance zwar Jahre lang von Oberflächlichkeit umgeben war, diese aber kein Bestandteil seines Lebens mehr sein soll. 

Lance und Liam - eine Person und zwei vollkommen verschiedene Welten und dementsprechend auch verschiedene Erwartungshaltungen. Der Druck der auf Lance lastet wächst stetig, nette Worte oder freundschaftliche Beziehungen die nicht auf Profitgier oder einem gepushten Image basieren, sind nur selten zu finden. Liam hingegen erfährt in New England den Zusammenhalt der Menschen, die sich gegenseitig helfen und füreinander da sind. Während die eine Welt von Schönheit und Reichtum bestimmt wird, lebt der Küstenort durch Zusammenhalt und Vertrauen. Den Ausbruch zu wagen und sich abzusetzen erfordert meines Erachtens, trotz seiner Unzufriedenheit, großen Mut.  

Ihn faszinierte, wie offen, verletzlich und vertrauensvoll sich eine Frau gab, wenn sie einen Mann gestattete, sie zu lieben. Und wie schnell man dieses Vertrauen als selbstverständlich hinnahm und wie abrupt man es verlieren konnte.

Pauline und Frederic führen Liam einmal mehr vor Augen, was ihm sein Leben als Lance, bisher alles verwehrt hat und was er sich in der unbeschwerten Zeit mit den beiden immer mehr wünscht. Am Ende seiner Kräfte, schöpft er neuen Mut und die Kraft für seine wachsenden Gefühle zu kämpfen.

Welche Konsequenzen Liams Alter-Ego auf den Plan rufen könnte, war mir zuvor in dem Ausmaße gar nicht bewusst, denn auf der Suche nach einer reißerischen Stories, sind es sowohl die Presse als auch Lance Mutter, die vor nichts zurückschrecken und ein ruhiger Küstenort, der auf einmal viel mehr Aufmerksamkeit erhält, als es die Bewohner gewohnt sind. Eine Idylle, die in den Fokus der Medien gerät und jede Menge Auslegungsmöglichkeiten zulässt. 



Pauline ist einer der wenigen Menschen die Liam kennt, die sich nicht von Äußerlichkeiten blenden lässt. Sie sieht direkt in das Innere eines Menschen, weshalb auch der neue Fischer eine Faszination auf sie ausübt. Liam ist der Mann, in den sie sich verliebt hat, während sie Lance nicht mit ihm vereinen kann. Hat das zarte Band zwischen ihnen dennoch eine Chance?

Lance lebt in der Welt der Reichen und Schönen, zwei Komponente die in dem Business unverzichtbar sind. Doch ebenso wie Reichtum, ist auch Schönheit vergänglich, wie Lance am eigenen Leib erfahren hat. Als Liam entflieht er der seelischen Belastung und findet im Küstenort New Englands nicht nur die Möglichkeit Abstand zu gewinnen, sondern auch Menschen die zu Freunden werden, die ihn nehmen wie er ist, und eine Frau, die sein Herz erobert. Doch Lance Leben ist ein Schatten, der sich nicht abschütteln lässt. 



Ivy Paul fasziniert mich mit ihren Geschichten immer wieder aufs Neue. Simple Ideen werden bei ihr durch die Zeichnung ihrer Charaktere, besondere Settings die sie so bildhaft beschreibt, dass man als Leser das Gefühl erhält, selbst vor Ort zu sein, sowie durch die emotionale Ebene die uns ermöglicht, die Charaktere kennen zu lernen und ihre Beweggründe zu verstehen, zu besonderen Abenteuern. 

Auch dieses Buch greift meines Erachtens wieder ein wichtiges Alltagsproblem auf. Wie oft kommt es vor, dass man einem Menschen voreingenommen gegenüber steht und diesem gar nicht erst die Möglichkeit gibt, dass man ihn selber kennen lernt und sich ein eigenes Bild macht? Einerseits liegt es auch in der Natur des Menschen, das "gehörte" oder "gelesene" nicht vollkommen auszublenden, dennoch sollte man offen dafür sein, andere Erfahrungen zu machen und sei es durch Medien oder eine Krankheit, niemanden zu be- oder verurteilen. Gerade diese Aspekte sind es, die Ivy Paul gekonnt aufgreift und durch Lance Geschichte und seiner Freundschaft zu Frederic  eindrucksvoll und gefühlvoll umsetzt. Die "Schale" eines Menschen sagt nichts über das Wesen aus, welches die Persönlichkeit eines Menschen ausmacht. Deshalb auch mein Fazit: Schönheit vergeht und ausschließlich das, was hinter dieser Fassade steckt, ist wichtig. 

Ebenso der Buchtitel ist im Kontext zum Inhalt des Buches sehr gut gewählt, denn während in Lance Welt ein Augenmerk auf das Erscheinungsbild geworfen wird, welches dort das Wort "Schönheit" klassifiziert, lebt der Küstenort New Englands diese Bedeutung. 

Eine Geschichte, wie sie das Leben geschrieben haben könnte und eine Liebe, die zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt. Emotional und fesselnd, schickt uns Ivy Paul wieder auf eine gefühlvolle Reise, die zahlreiche Highlights für uns bereithält und dieses Buch zu einem rundum gelungenen Pageturner macht. 




Zur Autorin:

Ivy Paul wurde 1975 in der schönen Patrizierstadt Augsburg geboren und lebt dort mit ihrer Familie.
Neben ihrer großen Leidenschaft dem Schreiben begeistert sie sich fürs Seife sieden, dem Anrühren duftender Cremes und der veganen Ernährung. Sie schätzt Whiskey, die britischen Inseln und Doctor Who. Neben ihrer Liebe für das Verfassen sinnlich-romantischer Romane hat sie bereits Ausflüge ins Fantasy-Genre gewagt und ihre Lust am Schreiben von Cosy-Krimis entdeckt.
Paul wurde 1975 in der schönen Patrizierstadt Augsburg geboren und lebt dort mit ihrer Familie.
Neben ihrer großen Leidenschaft dem Schreiben begeistert sie sich fürs Seife sieden, dem Anrühren duftender Cremes und der veganen Ernährung. Sie schätzt Whiskey, die britischen Inseln und Doctor Who. Neben ihrer Liebe für das Verfassen sinnlich-romantischer Romane hat sie bereits Ausflüge ins Fantasy-Genre gewagt und ihre Lust am Schreiben von Cosy-Krimis entdeckt.



Weitere Bücher der Autorin:
"Sweet Sins: Arie der Unterwerfung"
"Colors of Beauty
Colors of Beauty: Colors of Beauty - Teil 1"                           Band 1 + 2
"Die Geisel des Chinesen"
"Sweet Sins: Essenz der Hingabe"
"Sweet Sins: Fesselnde Blicke"
"Ghost Lover"
"Hunting Down Clara"
"Lustnebel"
"Masken der Begierde"
"Opalherz"                               *Rezension*
"Tigerlilie"
"Aphrodites Söhne: Unsterbliche Leidenschaft"
"Aphrodites Söhne: Unsterbliche Sehnsucht"
"Aphrodites Söhne: Unsterbliches Verlangen"

































Danke!



Rache und der Wunsch nach Vergeltung für den Tod seiner Schwester lassen Isak die Schwester seines Erzfeindes Wayne Durham aufsuchen. Diese ist in Sydney untergetaucht und wird von Isak nur durch Zufall über ihre Leidenschaft für Salsa ausfindig gemacht.
Julie Durham ahnt nichts Böses, als Isak Söderholm in ihrem Seifenladen steht. Schnell gibt sie sich dem düsteren Schweden und seinen lustvollen BDSM-Spielen hin und verliert wider besseren Wissens ihr Herz an den Sadisten. Sie ahnt nicht, dass Isak sie nur in sich verliebt machen, benutzen und anschließend rüde fallen lassen will.
Bei seinen Intrigen hat Isak jedoch eines nicht berücksichtigt: Die Liebe. Denn nicht nur Julie verliebt sich in Isak, sondern auch er verfällt den Reizen der warmherzigen Seifensiederin.
Als Julie von einem Stalker belästigt wird und in Gefahr gerät, ist Isak zur Stelle, um sie zu beschützen. Doch er kann keine wahrhafte Beziehung mit ihr eingehen, solange Julie nicht die Wahrheit kennt ...