Montag, 27. Oktober 2014

REZENSION "Night Phantoms 1 - Kyron" von Simone Olmesdahl

Wenn dein ganzes Leben auf einer Lüge basiert, ist die Wahrheit etwas, das du am Ende nicht glauben kannst. Schluss mit der Freundin Schluss mit dem College. Kyron will nur nach Badfield zurück. Hier geschah der tödliche Unfall seiner Eltern. Hier will er erfahren, was damals wirklich passierte und findet seine Zukunft: Daria, die von Anfang an heftig mit ihm flirtet, lässt all seine aufregenden Wünsche wahr werden. Als er jedoch Geheimnisse ans Licht bringt, die seine Realität für immer erschüttern, muss er sich fragen, wie weit er Daria überhaupt trauen kann. Denn als Sohn eines Nachtphantoms und einer Beschwörerin einer bis aufs Blut geächteten Verbindung steht er unter dem tödlichen Bann der alten Zirkel. Kyron bleibt nur eine Chance: Er muss mit Darias Hilfe fliehen und ihr gleichzeitig widerstehen.



Seitenanzahl: 222
Preis: 2,99 EUR
Verlag: books2read


Cover:

Das Cover hat mich unglaublich neugierig gemacht. Alles harmoniert wunderbar. Die Farbzusammenstellung, die Triskele oben rechts in der Ecke, die zwei verschiedenen Schriftarten und die beiden Personen die sich ineinander zu verlieren scheinen. 


Meinung:

Die Geschichte startet mit Kyrons Flucht aus Seattle zu dem zweitausend Meilen entfernten Badfield. Das er Abstand zu seinem Alltag braucht ist für mich nicht verwunderlich. Seine Ex-Freundin hat ihn betrogen und das nach sieben Jahren Beziehung. Das Kyron darüber enttäuscht und mehr als wütend ist, ist einerseits natürlich verständlich, doch das was man über Kyron erfährt lässt auch darauf schließen das er in den Jahren ihrer Beziehung den ein oder anderen Fehler gemacht hat. Nichts desto trotz steckt er in die Flucht nach Badfield auch gleichzeitig die Hoffnung seine leibliche Familie kennen zu lernen. Doch er wird alles andere als mit offenen Armen empfangen.

Daria hatte mir kurz und knapp mein Nachtlager - Scheiße, ist das braune Lederteil hässlich - gezeigt, sich ins Schlafzimmer verzogen und war nach mir im Bad verschwunden.

Es ist sicherlich ungewohnt jemanden willkommen zu heißen, den man noch nie begegnet ist und trotzdem weis, dass dieser jemand zur Familie gehörte. Wenn ich an eine Familienzusammenführung denke, habe ich Bilder von lachenden Gesichtern und stundenlangen Erzählungen im Kopf ... nicht jedoch hier. Es wäre für mich noch verständlich gewesen, wenn sie skeptisch und zurückhaltend gewesen wären. Der verbale Machtkampf, der jedoch entstanden ist hat genau das Gegenteil von dem bewirkt was er sollte, denn das Verhalten von Mason, Grant und den anderen wirft bei Kyron Fragen auf, die er auf jeden Fall beantwortet haben möchte und für die Antworten ist er bereit zu suchen und sich in die ein oder andere brenzliche Situation zu bringen.

Was mich bei der Geschichte ein wenig gestört bzw. gewundert hat ist, das ich während des ersten Viertels im Buch den Eindruck hatte es handelt sich um eine "normale" Geschichte in der es ein Familiengeheimnis aufzudecken gibt. Hier wurde man aber von einer auf die andere Sekunde von einer "normalen" in eine "übernatürlich" Geschichte hineingeworfen. Auch wenn der Spannungsfaktor bei mir zu diesem Zeitpunkt noch erhöht wurde, fand ich den Übergang dorthin etwas zu schnell.

Von seiner Heimat zweitausend Meilen entfernt, die Enttäuschung über seine Ex-Freundin und die negative Konfrontation mit seiner Familie setzen Kyron ordentlich zu. Der einzige Halt der ihm jetzt noch bleibt ist Daria. Sie scheint ein nettes Mädchen zu sein, welches den kleinen Sticheleien von Kyron gewachsen ist und auch ordentlich austeilen kann. Die beiden harmonieren gut zusammen doch einer Beziehung zwischen ihnen stehen Hürden gegenüber, denn Daria ist jemand anderem versprochen, jemandem mit dem sie sich fortpflanzen muss um ihre Art zu erhalten.  

>>Ich habe deine Freundin zum Essen eingeladen.<< [...] >>Ihr habt Freizeit, während wir halb Des Moines nach einer Bestie absuchen?<< [...] >>Ist wohl die Strafe dafür, wenn man sich eine so junge Frau ans bein bindet. Pflichten kommen da nicht so gut.<< Und vielleicht halte ich besser die Fresse.

Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und immer wenn ich Fragen beantwortet bekommen habe, haben sich mir gleichzeitig wieder neue aufgetan. Selbst ich war erstaunt darüber, wie schnell ich hier geurteilt habe. Ich habe mich beeinflussen lassen zu glauben, welche Art "gut" und welche "böse" ist. Das es in jeder Art Ausnahmen für diesen Zustand gibt war mir jedoch bewusst.
Mason war ein Charakter der mir am meisten zu denken gegeben hat und den ich bis jetzt noch nicht einzuschätzen weis. Er wirkt zu Beginn durch Erzählungen und seinen Handlungen als Bedrohung, setzt sich dann jedoch augenscheinlich für Kyron ein um dann in der nächsten Sekunde seinen positiv gewonnenen Eindruck durch eine schwammige Bemerkung ins kippen zu bringen. 
Daria hingegen hat mich doch sehr erstaunt. Niemals hätte ich damit gerechnet was sie bereit ist zu tun, um Badfield verlassen zu können.

Beziehungen zwischen Menschen entstanden nicht in Monaten, sondern bildeten sich aus Momenten. 

Das Buch hat mich durch seine vielen Wendungen immer wieder ins staunen versetzt, viele Fragen wurden beantwortet, noch mehr aufgeworfen und letztendlich weis ich bei kaum einen Charakter auf welcher Seite er nun wirklich steht. Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht =3


Charaktere:

Kyron wurde von vielen Menschen enttäuscht und daher ist es bewundernswert, dass er trotzdem noch Vertrauen in die Menschen setzen kann. Er wählt diese Menschen jedoch sorgfältig aus, als eine Art Selbstschutz um nicht wieder verletzt zu werden. Doch selbst als sein Herz wieder zu brechen droht, setzt er alles daran dieser Person doch noch zu helfen. Ist er so selbstlos oder weis sein Herz was sein Verstand nicht sieht?

Daria steht Kyron mit ihrer kecken Art in nichts nach. Sie ist fasziniert von dem jungen Mann der neu in Badfield ist und Teil einer außergewöhnliche Geschichte  ist von der noch nicht mal er selber etwas weis. Nach außen hin wirkt Daria glücklich, doch was in ihrem inneren vor sich geht, weis sie gut zu verbergen.


Schreibstil:

Simone Olmesdahl hat mich im kleinen Ort Badfield gefesselt und mich nicht mehr losgelassen. Normalerweise mag ich es nicht mit zu viel offenen Fragen auf die Fortsetzung warten zu müssen, hier jedoch hat die Autorin ganz geschickt alle aufkommenden Fragen beantwortet die jedoch gleichzeitig auch neue Fragen aufgeworfen haben.
Sehr interessant war auch das es die Autorin geschafft hat, mir ein Gefühl zu vermitteln, dass ich die Charaktere glaube einschätzen zu können und im nächsten Moment kommt meine Meinung ins schwanken.
Die Spannung war explosiv, die Charaktere eine wundervolle Mischung aus den verschiedensten Persönlichkeiten und die Geschichte die dahinter steckt mehr als atemberaubend.

Fortsetzung ... ich hoffe du lässt nicht mehr lange auf dich warten ^^


Bewertung:




Zur Autorin:

Wassermännern sagt man nach, sie würden ein großes Maß an Kreativität besitzen. Die im Januar 1985 in Solingen geborene Simone Olmesdahl versuchte viele Jahre, den Kern ihrer Kreativität zu finden. Nachdem sie sich weder Mal- noch Basteltalent auf die Brust schreiben konnte, fand sie ihre Leidenschaft im Verfassen von Geschichten. 2013 feierte sie ihr Romandebüt, seither spuken ständig neue Geschichten in ihrem Kopf herum, die eines gemeinsam haben: die Liebe. Die Autorin ist seit 2013 Mitglied der Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautoren DeLiA.

- books2read















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