Montag, 21. April 2014

Rezension "Zwischen Ewig und Jetzt" von Marie Lucas

WENN DAS JENSEITS DIR NOCH
WAS ZU SAGEN HAT ...

Ich habe ihn gesehen und mich sofort in ihn 
verliebt. Und im nächsten Augenblick war es 
schon wieder vorbei. Trennung, Schmerz, 
das volle Programm. Liebe auf den ersten Blick 
kennt jeder, oder fast jeder. Aber es gibt auch 
die Trennung auf den zweiten Blick. Von 
jemandem, den man sich einfach nicht erlauben 
darf. Weil er zu schön ist, zu allein, oder weil er 
ein Geheimnis hat.“

Aber Julia kann nicht aufhören an Nikolaos 
zu denken, den sie gleich am ersten Tag an 
der neuen Schule kennengelernt hat. 
Und tatsächlich hat er ein gefährliches Geheimnis -
er kann mit Toten sprechen …



Seiten: 463
ISBN: 978-3-596-19501-5
Preis: 9,99 EUR
Verlag: FJB


Cover:
Das Cover von "Zwischen Ewig und Jetzt" gefällt mir sehr gut, obwohl ich nicht so ein Fan von überwiegend schwarzen oder dunkel gehaltenen Covern bin. 
Um die beiden Figuren herum wirkt alles tot, die Äste sind kahl und unter der Erde, umgeben von den Wurzeln der beiden Bäume liegt ein Skelett. 
Die blühenden Rosen sind das einzige was lebendig wirkt und setzen einen wunderschönen Farbakzent in die eher triste Umgebung des Pärchens. 


Meinung:
Julia stehe ich schon zu beginn der Geschichte etwas skeptisch gegenüber. Sie belügt schon von Anfang an ihre Clique und ihren Freund, indem sie vorgibt wohlhabend zu sein. Verstehen kann ich das Verhalten nicht, ich würde keine Freunde haben wollen, die nur mit mir zusammen sind weil ich einen gewissen Status habe, sonder um meiner selbst willen.
Julia fällt Niki, der von jedem gemieden wird schon am ersten Tag auf. Anders als in anderen Büchern wird kein Geheimnis um Niki's "Gabe" gemacht. Nachdem Julia so begeistert von Niki, aber auch mit Felix zusammen ist, habe ich auf ein wenig Romantik oder Gefühle gehofft, aber nichts dergleichen. 
Felix Verhalten finde ich nicht gut und nur teilweise verständlich. Natürlich ist er nicht begeistert, dass sein ehemaliger bester Freund so gut mit seiner Freundin zurecht kommt, aber das Felix damals einfach so Nikis Geheimnis vor den anderen ausgeplaudert hat und seiner Clique auch erzählt das Julia nicht so Wohlhabend ist wie sie behauptet hat direkt nachdem sie sich getrennt haben fand ich schon sehr enttäuschend. Egal wie sehr man sich mit einem Freund oder einer Freundin streitet, ich finde Geheimnisse sollten selbst dann immer noch sicher sein. 
Nachdem Felix und Julia sich getrennt haben, fand ich es schon ungewöhnlich dass sie so schnell mit Niki zusammen kommt, gut sie empfindet was für ihn, aber sie weiß auch das ihr Felix viel bedeutet und so einfach von einer zu anderen Beziehung zu switchen finde ich zu schnell.
Als Justin, Julias Halbbruder mit ins Spiel kam dachte ich, jetzt kommt Spannung rein, Niki wurde direkt zum Beschützer auf der Beerdigung von Julias Opa aber das war es auch schon, Justin wurde nicht weiter Gefahr und das finde ich Schade, da man viele Augenblicke mit zum Spannungsaufbau hätte nutzen können.
Komisch fand ich es auch, dass Niki und hinterher auch Erik immer wieder auf die Gedanken von Julia geantwortet haben. Natürlich kann sowas mal zufällig vorkommen, aber durch die Häufigkeit hatte ich eher das Gefühl als hätte die Autorin nicht gewusst wie sie die Antworten auf manche Fragen besser hätte einbringen können.
Die Idee, dass die Mutter von Justin Julia verfolgt fand ich gut, so kam etwas Spannung mit rein, aber ich hätte mir gewünscht dass zu dem Thema dann auch Fragen beantwortet werden und nicht noch mehr aufkommen. Am Ende des Buches ist immer noch offen: Woran ist die Mutter gestorben? Wann ist sie gestorben? Was hatte sie gegen Julia? - Gut, sie wollte das Erbe nicht teilen, aber sie hatte Julia ja nicht mal eine Chance gegeben, vielleicht hätten sie sich ja auch gut verstanden und letztendlich ging es Julia auch nicht um das Vermögen, sonder darum als seine Tochter anerkannt zu werden.
Bei zwei Nebencharakteren wusste ich nicht so recht was ich von ihnen halten sollte. Klaus, der Freund von Julias Mutter wird immer nur erwähnt aber man bekommt ihn nie "zu Gesicht", deshalb kann ich auch nicht nachvollziehen was Julia gegen ihn hat. Er scheint ihrer Mutter immer beigestanden zu haben und Klaus scheint ihr auch Trost zu spenden, sollte Julia dann nicht auch glücklich sein?
Der zweite Nebencharakter der bei mir Fragen hervorruft ist Tom. Tom taucht zu Ende des Buches auf und hilft Julia und Niki bei der Lösung des Geheimnis. Doch wer ist Tom und warum erklärt er sich bereit zu helfen? Vorher erfährt man nämlich das Geister nicht sehr hilfsbereit sind.
Das Buch war ein kleines durcheinander und viele Zusammenhänge habe ich gar nicht verstanden, obwohl Julia sich zu Felix und Niki hingezogen fühlt findet man im Buch keinerlei Romantik und das ich doch schon sehr schade.


Charaktere:

Julia ist von Felix und Niki hin und hergerissen. Sie ist gut in naturwissenschaftlichen Fächern hat aber eine Schwäche in Englisch. 

Niki hat eine "Gabe" er kann mit den Toten sprechen und macht daraus auch kein Geheimnis und genau das ist der Grund warum die Freundschaft zu ihm und Felix in die Brüche geht. Felix hält ihn für verrückt und auch alle anderen fangen an ihn zu meiden.

Felix ist wohlhabend und verbringt viel Zeit mit seiner Clique. Er verliebt sich in Julia und bleibt auch bei ihr als er erfährt, dass sie gar nicht so wohlhabend ist wie sie am Anfang behauptet hat. Eifersüchtig darauf, dass sie sich immer besser mit Niki versteht, geraten die beiden immer häufiger aneinander.


Schreibstil:
Marie Lucas hat oftmals kurze Sätze verwendet, das hat meiner Meinung nach ein wenig abgehackt gewirkt. 
Es kam auch vor, das ein Satz in zwei Sätze aufgeteilt wurde und man etwas ins stutzen kam. 
Wenn der Ort gewechselt wurde war das manchmal nicht ersichtlich. Ein Satz wurde in der Wohnung von Julia beendet und im nächsten Satz waren wir auf einmal bei Felix ohne dass dies durch einen Absatz oder ähnliches ersichtlich war. Bei solchen Passagen musste man dann schon zweimal lesen. 
Andere male wurden die Zeichen vergessen damit man erkennt, dass das von einem Charakter gesagt wurde und wieder ein anderes Mal wusste ich gar nicht worum es gerade überhaupt ging. 
Die Beschreibungen die öfter mal in Klammern folgten, wären ab und zu vielleicht mal schön gewesen, aber da sie so oft vorkamen wirkte das eher störend.

In dem Buch fehlt mir die Romantik und die Spannung. An manchen Stellen wusst ich auch nach mehrfachen lesen der Stelle nicht worum es ging. Das Buch bekommt von mir 2,5 von 5 Pfötchen.





Autorin:

Marie Lucas liebt Geheimnisse, Schlittschuhlaufen und ihren Hund. Sie lebt in Berlin und Hannover, schreibt ihre Bücher aber am liebsten in einer kleinen Hütte irgendwo in den Bergen.

"Was wir auch tun" ist nach "Zwischen Ewig und Jetzt" der zweite Roman der Autorin bei FISCHER FJB.
- FJB -


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