Samstag, 14. Mai 2016

REZENSION "Emilia: Dein Weg zu mir" von C.M. Spoerri

Partys. Reisen. Flirten. Das bestimmt den Alltag von Emilia dos Santos – bis sie vom plötzlichen Tod ihrer Eltern erfährt. Mit einem Mal ist ihr sorgloses Leben vorbei. Sie soll nach alter Familientradition das Weingut im Napa Valley weiterführen und sieht sich damit einer Verantwortung gegenüber, der sie sich nicht gewachsen fühlt. Ganz und gar nicht. Da hilft es auch wenig, dass ihr Jugendfreund Alejandro wieder auftaucht und sie unterstützen will. Denn seine Nähe verwirrt und verunsichert Emilia nicht nur, sondern stellt sie zusätzlich vor die unangenehme Aufgabe, ihren bisherigen Lebensstil zu hinterfragen ...

Seitenanzahl: 326
Preis: 6,99 EUR [E] ; 12,95 EUR [P]
ISBN: 978-3-906829-18-0
Verlag: Sternensand Verlag




Cover:

Ein wunderschönes Cover, sowohl von der Farbgebung als auch von der Aussagekraft, denn so weich die Züge der jungen und wunderschönen Frau auch sind, wirkt ihr Blick nahezu distanziert und frei von jeglichen Emotionen, während die blühenden Rosen in den verschiedensten apricot Tönen zeigen, dass sie im inneren etwas verborgen hält, das nur darauf wartet hervorgelockt zu werden, um es ebenso nach außen hin ausstrahlen zu können. 


Meinung:

Nachdem Tod ihrer Eltern wird Emilia aus ihrer sorgenfreien Welt, bestehend aus Partys und Feiern gerissen. Sie hat von einen auf den anderen Tag gelebt, ohne sich wirklich Ziele zu setzen oder ihre Zukunft zu planen, doch mit dem Weingut Napa Valley sieht sie sich einer Herausforderung gegenüber, in die sie erst hineinwachsen muss. Sie ist eine junge Frau, die von jetzt auf gleich Verantwortung übernehmen und die Tradition ihrer Familie weiterführen soll. Sie muss sich nicht nur einer Welt rund um die Organisation des Guts öffnen und Wissen sammeln, sondern steht auch prompt einem alten bekannten gegenüber, der dem ganzen Chaos die Krone aufsetzt. 

Irgendetwas war gerade gewaltig schiefgelaufen und mein Verstand war noch nicht klar genug, um zu begreifen, was es war. Wie ich es hasste, eine Schachbrettfigur zu sein!

Alejandro hält Emilia ordentlich auf Trapp. Er hat mir sehr gut gefallen, denn er ist auf seine persönliche Art und Weise liebenswert. Emilias Entwicklung fand ich allerdings bemerkenswert. Höhen und Tiefen ebnen ihren Weg und sie trägt nicht nur die Last das Weingut zu führen, sondern auch das Mitwirken der anderen zu fördern und zu unterstützen. Doch wie kann sie eine Führungsposition übernehmen, wenn sie selbst erst einmal lernen muss, auf eigenen Beinen zu stehen? Manchmal erschien sie mir zu übereifrig, denn sie möchte die Hürden die vor ihr liegen selbst bewältigen und ist nicht bereit Hilfe anzunehmen. Dabei ist es sogar ein Zeichen von Stärke, wenn man sich eingestehen kann, Hilfe zu brauchen. Ihr Stolz steht ihr dabei allerdings oftmals gehörig im Weg. 

Eine gemeinsame Vergangenheit übersteht auch Jahre der Trennung, dennoch erhalten Alejandro und Emilia jeweils einen ganz neuen Einblick auf ihren gegenüber. Armando hingegen repräsentiert Emilias Vergangenheit und animiert sie unbewusst, alten Verhaltensmustern erneut nachzugeben. 

Ich hatte lange genug einer Fantasie hinterhergeschmachtet und den sterbenden Schwan gegeben. Es war auch für mich Zeit, nach vorne zu blicken.

Flucht – eine Reaktion zu der auch Emilia neigt, wenn ihr etwas über den Kopf wächst. Nahezu stur und verbohrt fällt es ihr schwer, sich in ihrem neuen Leben zu Recht zu finden und wählt oftmals den Weg, der ihr am leichtesten zu gehen erscheint. Schnell stellt sie jedoch fest, dass es manche Dinge gibt, die einen verfolgen, egal was man macht und wohin man geht – Gefühle.

Wird Alejandro Emilias Herz gewinnen oder glaubt er, seine Erfolgschancen seien letztendlich so gering, dass der den Kampf um sie aufgibt?


Charaktere:

Emilia - plötzlich Erwachsen - denn mit der Familientradition muss sie Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen, deren Konsequenzen schwer einzuschätzen sind. Nach außen hin wirkt sie stark und tough, doch hinter ihrem selbstbewussten auftreten versteckt sich eine Frau voller Selbstzweifel und Ängsten. Wird sie die Hilfe der Menschen annehmen, denen etwas an ihr liegt und den Blick nach vorne richten und über sich hinaus wachsen können? 

Alejandro - Einfühlungsvermögen an den richtigen Stellen und dann wieder ein Mann, der sein Revier abstecken möchte und beschützt, was ihm wichtig ist. Er ist hartnäckig und nicht bereit, dass Feld für jemand anderen zu räumen.


Schreibstil:

Mit "Emilia: Dein Weg zu mir" hat sich C.M. Spoerri in ein neues Genre gewagt und uns ihr Können erneut vor Augen geführt. Eine Geschichte deren Verlauf interessant gestaltet ist, deren Protagonisten etwas Besonderes sind und die, durch die Nebencharaktere, einen besonderen Rahmen verleiht bekommt. 

Aus den Blickwinkeln beider Protagonisten durchlaufen wir das Geschehen, was mir wieder sehr gut gefallen hat, denn einen Menschen nur vor den Kopf schauen zu können ist längst nicht so spannend, wie seine Beweggründe erfassen zu können. Hier kristallisiert sich auch wieder heraus, dass äußere Signale oftmals nur selten mit dem übereinstimmen, was wir wirklich fühlen.

Mit Emilia haben wir hier die Möglichkeit, die Entwicklung einer eigentlich erwachsenen Frau zu verfolgen und mit zu erleben, wie sie Stück für Stück an Reife gewinnt. Dabei hat mich ihre Rolle im Nachhinein, wenn man die Möglichkeit hat, das Gesamtbild zu erfassen, wirklich sehr beeindruckt, denn sie hat sich vor dem Tod ihrer Eltern gewissermaßen selber in eine Welt geflüchtet, die ihr die Gefühle von Sicherheit und Geborgenheit aus ihrer Kindheit vermittelt haben. Ein trughaftes Bild aus dem sie herausgerissen wird und fortan auf eigenen Beinen stehen und Verantwortung übernehmen muss. 

Die Autorin hat ein Händchen für Details und beeindruckt mit ihrem locker leichten und flüssigen Schreibstil, der einen sofort in ihre Welt entführt. Mit Nebencharakteren wie Armando, Kate und Miguel sind ihr gut gesetzte Individuen gelungen, die für interessante Wendungen sorgen und gleichzeitig dazu animieren andere Betrachtungsmöglichkeiten in Erwägung zu ziehen. 


Bewertung:




Zur Autorin:

C. M. Spoerri lebt in der Schweiz und schreibt in erster Linie Jugendromane im Fantasy-Genre. Ihre vierteilige Debüt-Reihe »Alia« eroberte bereits die Herzen vieler Leser. Die »Greifen-Saga«, die insgesamt drei Bände umfassen wird, ist ihre zweite Fantasy-Reihe.

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Weitere Bücher der Autorin:

















Band 1: "Alia - Der magische Zirkel"
Band 2: "Alia  - Der schwarze Stern"
Band 3: "Alia - Das Land der Sonne"
Band 4: "Alia - Das Auge des Drachen"

Spin-Off: "Die Magier von Altra"                 *Rezension*
















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