Mittwoch, 16. September 2015

REZENSION "Passion - Leidenschaftlich verliebt" von S.Quinn


Seraphina hat noch nie so sehr geliebt. Sie gehört Patrick. Durch ihn ist sie die Herrin von Mansfield Castle geworden und lebt ein Leben, das ihre kühnsten Träume übertrifft. Es scheint, dass nichts und niemand ihr Glück trüben kann. Doch dann erhält sie einen bösen Brief, und ihre Vergangenheit scheint sie wieder einzuholen. Seraphinas Leben ist bedroht. Um sie zu schützen, will Patrick sie an einen ganz besonderen Ort bringen. Einen Ort, der für Seraphina bisher absolut verboten war ...

Seitenanzahl: 313
Preis: 8,99 EUR
ISBN: 978-3-442-48248-1
Verlag: Goldmann







Cover:

Die bisherigen Cover der Reihe haben mir sehr gut gefallen, doch das finale Band der Trilogie ist mein Favorit. Das Kleid verhüllt trotz seinem Stoffanteil kaum etwas, und ist dazu noch ähnlich einer Corsage am Rücken gebunden. Es wirkt edel mit einem Hauch von Verruchtheit. Der orange schimmernde Farbakzent von "Passion" verleiht dem ansonsten schwarz-weiß gehaltenem Bild einen besonderen Schliff.



Meinung:

Sera liebe ich von der ersten Seite an, dennoch muss ich sagen, hat sie mich diesmal auch einiges an Nerven gekostet. Sie ist mit wenig aufgewachsen, hat von ihren Eltern kaum die nötige Aufmerksamkeit bekommen, die man sich als Kind wünscht und nun ändert sich alles, in dem sie die Lady von Mansfield Castle werden soll. Das diese Veränderung beängstigend ist verstehe ich, dass sie diese Bedenken jedoch wirklich bei jeder sich bietenden Gelegenheit immer wieder auf den Tisch bringt, hat mich des öfteren die Augen verdrehen lassen.

>>Dann solltest du dich lieber beeilen. Die Kirche ist für Ende nächster Woche reserviert.<< >>Hä?<< >>Ich hätte gedacht, Lady Mansfield würde eher so etwas wie Pardon sagen.<<


Ihr Umgang mit Bertie ist nach wie vor liebevoll und zu sehen, dass sie als eigentlich fremde Person mehr hinter dem kleinen Jungen steht als seine eigene Mutter, zeugt von ihrer Herzensgüte. Sera kämpft wie eine Löwenmutter um ihr Junges, unverständlich war es da für mich, dass sie Bertie in meinen Augen zu sehr gedrängt hat, eine Aussage vor Gericht bezüglich seines Großvaters zu machen. Ebenso der Tatbestand, dass vor dem Jungen Auseinandersetzungen ausgefochten und Themen diskutiert wurden, die er gewiss nicht mitbekommen sollte, widerspricht ihrem Beschützerinstinkt ihm gegenüber. 

Patrick ist nicht nur ein Meister im Spurenlesen, ebenso gekonnt kann er in andere hineinsehen und ließt in Sera wie in einem offenen Buch. Seras Dickköpfigkeit ist für ihn gleichermaßen nervenaufreibend wie spannend. Ihre kleinen Auseinandersetzungen bezüglich der Einhaltung der Mansfield Traditionen fand ich interessant. Beide Standpunkte kann ich verstehen, ebenso wie das Auflehnen des jeweils Anderen. 

>>[...] Aber zum Glück habe ich gelernt, dass es als Lady in erster Linie darum geht, Gutes zu tun und an andere zu denken. [...]<<

Seras Vater ist ein toller Mann, den ich trotz seines geringen Anteils im Buch schnell lieb gewonnen habe. Das er den Hochzeitsplanungen von Patrick und seiner Tochter skeptisch gegenübersteht ist verständlich, denn einerseits sind die beiden noch gar nicht so lange zusammen und des Weiteren kennt er den zukünftigen Mann an ihrer Seite noch gar nicht. Lobenswert fand ich es daher, dass er trotz seiner Vorbehalte einen offenen Blick auf die Dinge hatte.

Danny kam mir in den ersten Bänden vor, wie ein Mann in dessen Körper teilweise noch ein kleiner Junge schlummert. Klar war von Anfang an, dass er seine Familie mit allen ihm zu Verfügung stehenden Mitteln beschützt, dabei ist er schon des öfteren über die Strenge geschlagen und hat von Kurzschlusshandlungen überzeugt. In diesem Band jedoch, lernen wir eine Seite an ihm kennen, die mich überrascht hat und dennoch den wundervollen Menschen wiederspiegelt, den wir von Anfang an kennen. 

Zugegebenermaßen, hielt meine Skepsis Grey gegenüber sehr lange an. Sein Verhalten ist oberflächlich und sein Selbstbewusstsein stellt er manchmal auf negative Art zur Schau. Seine Wandlung hat mir gefallen, dennoch kam sie mir auch zu plötzlich, da wir als Leser diesbezüglich weniger mitbekommen haben, was sich "hinter den Kulissen" abgespielt hat. 

>>Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.<< 
Anise ist für mich ein schwacher Charakter, obwohl ich sie mag, kann ich ihr Verhalten nicht verstehen. Als Mutter könnte man mir drohen und Angst einflößen so viel man wollte, niemals würde ich deshalb mein Kind im Stich lassen. Bertie braucht seine Mutter, nimmt dafür sogar den Umgang mit Regan hin und Anise ist vollkommen verblendet. Das ihr Großvater eine große Rolle an ihrem Verhaltensmuster spielt steht außer Frage, dennoch fehlt mir bei ihr das Band einer liebenden Mutter zu ihrem Kind, dass die eigenen Wünsche hinten anstellt. Dieses kleine Leben muss beschützt werden und dabei treibt sie Bertie immer weiter Weg, drängt den Jungen weiter ins Dunkel, in dem er schon den größten Teil seines Lebens verbracht hat.

Die Bewohner von Mansfield Castle werden auf eine harte Geduldsprobe gestellt, nachdem Berties Großvater einen unerwarteten Trumpf aus dem Ärmel zieht. Wendet sich letztendlich alles zum Guten? 


Charaktere:


Sera hat selbst nie viel gehabt, dennoch beschützt sie jeden, der schwächer ist. Sei es nicht nur bei ihrer Familie, sondern ebenso für den kleinen Bertie und Anise. Dafür legt sie sich auch mit Regan Thornburn an und begibt sich in uneinschätzbare Gefahren. Wird Patrick immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein?

Patrick strahlt durchweg Beständigkeit und Stärke aus, sodass man sich in seiner Nähe vollkommen sicher und beschützt fühlt. Für seine Feinde ist er ein einschüchternder Gegener, für Sera jedoch ein Mann wie sich ihn eine Frau nur wünschen kann. Verbissen an den richtigen Stellen und mit unerschütterlichem Vertrauen hat er mich immer wieder beeindruckt und mein Herz höher schlagen lassen <3 




Schreibstil:

S. Quinn schafft es nach wie vor die besondere Atmosphäre im Buch aufrecht zu erhalten. Obwohl der Handlungsort im Verlaufe der Trilogie größtenteils auf Mansfield Castle spielt, wird es dennoch niemals langweilige, im Gegenteil, die Vertrautheit die mit dem Schloss einhergeht bewirkt, dass ich als Leser diesen idyllischen Ort vor den Thornburn Brüdern schützen wollte und die Ereignisse mit noch mehr Emotionen verfolgt habe. 

Die Entwicklung der Protagonisten war von der Autorin gut ausgearbeitet, ebenso die Nebencharaktere wie beispielsweise der flippige Modeberater Hugo, haben die Geschichte abgerundet und mir ein schmunzeln auf die Lippen gezaubert =3

Das Ende war mir leider viel zu rasant. Auf den letzten zweieinhalb Seiten werden zwar alle relevanten Fragen beantwortet, dennoch hätte ich viele Ereignisse sehr gerne länger ausgekostet, sowie z.B. Patricks Reaktion auf Seras süßes Geheimnis und die darauf folgende Zeit.

Trotz der kleinen Kritikpunkte am Ende, war "Passion" eine wundervolle Trilogie, die ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal gelesen haben werde ;) Auf weitere Bücher der Autorin bin ich sehr gespannt.



Bewertung:






Zur Autorin:

S. Quinn hat als Journalistin, Ghostwriter, Buchgestalterin, Clubtänzerin und Partymasseuse gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Unter ihrem vollen Namen Susanna Quinn veröffentlicht sie erfolgreich Mystery-Thriller. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter in Brighton.

Goldmann -


Weitere Bücher der Reihe:











Band 1: "Passion - leidenschaftlich begehrt"  *Rezension*
Band 2: "Passion - leidenschaftlich verführt"  *Rezension*


Weitere Bücher der Autorin:









Danke!

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