Sonntag, 20. Dezember 2015

REZENSION "Erbengel" von Tanja Kruber

Seitenanzahl: 137
Preis: 9,80 EUR
Es gibt Zeiten zum Handeln und es gibt Zeiten zum Nachdenken. Ich bin pragmatisch. Für Panik ist immer noch genug Zeit, wenn man erst mal wieder in Sicherheit ist.

Dieses einfache, aber effektive Prinzip von Jessica, an Probleme heranzugehen, wird auf eine harte Probe gestellt, als sie eines Tages Sam kennenlernt; einen mysteriösen jungen Mann, der sie mit übermenschlichen Kräften vor zwei Entführern rettet. Von diesem Moment an muss Jessica sich einiges eingestehen:

1. Es gibt Dinge, die kann man einfach nicht rational erklären.

2. Diese Dinge passieren immer und überall, genau vor unseren Nasen.

3. Sie ist nun ein Teil davon.





Cover:

Das Cover wirkt schlicht und dennoch eindrucksvoll. Die hellblauen Schlieren, die den weiblichen Engel umgeben wirken um Flügel und Kopf wie eine Art Flammen, während sie auf dem Körper eher als durchsichtige, den Körper umspielende Seide erscheinen. Ein schön gestalteter Blickfang.


Meinung:

Ich finde es toll, wenn Geschichten direkt mit einer spannenden Handlung beginnen, dennoch war dies auch das höchste Spannungslevel im Buch. Auch wenn es im weiteren Verlauf immer wieder zu abenteuerlichen Ereignissen kommt, ist der Nervenkitzel bei mir weniger aufgekommen.

Egal wie sehr sie jetzt litt, eines stand fest: wer noch leiden kann, ist nicht tot.

Mit dem rasanten Einstieg waren die Charaktere noch unbekannt, was zusätzlich dafür gesorgt hat, dass man als Leser nicht einschätzen kann in welche Bahnen das Geschehen verläuft. Was ich als großen Pluspunkt ansehe, weil es einem wenig Möglichkeiten gegeben hat, den Verlauf hervorzusehen. Leider sind die Charaktere jedoch in meinen Augen auch darüber hinaus nicht wirklich zu Geltung gekommen, weshalb sie für mich größtenteils eher undurchsichtig waren.

Geschichten über Vampire gibt es wie Sand am mehr, hier hat die Autorin den Wesen allerdings einen Charakterzug verpasst der eher untypisch für sie ist und sich dadurch von der Masse abhebt. 

Ich finde es immer schwierig, um eine Geschichte mit übernatürlichen Geschöpfen einen realistischen Rahmen von hinterfragen und Akzeptanz zu schaffen. Jessica beeindruckt einerseits dadurch, indem sie neue Gegebenheiten hinnimmt, die andere wohl eher ihren geistigen Gemütszustand in Frage stellen lassen würden und dann ist sie wieder so überaus rational und stoisch, dass man sie kaum wiedererkennt.

>>Unglaublich. Ich habe dich vor wenigen Stunden das erste Mal gesehen, aber ich habe das Gefühl, ich kenne dich schon ewig.<<

Als sich Jessicas und Sams Wege kreuzen, beginnt für beide eine Zeit die mit Höhen und Tiefen verbunden ist und ein Geheimnis enthüllt, welches ein baldiges Ende ihres Lebenswandels in weite Ferne rücken lässt.


Charaktere:

Jessicas Stärke ist ihre Anpassungsfähigkeit, die ihr oftmals dabei hilft, in riskanten Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Doch wie oft wird sie sich in diesem riskanten Spiel bewähren müssen, um ihr Leben und ihr Herz zu schützen?

Samuel wird von einer mystischen Aura umgeben die dafür sorgt, dass man seine Absichten kaum einschätzen kann. Dennoch hat er etwas an sich, dass Sympathie in einem weckt. 


Schreibstil:

Tanja Kruber hat mit "Erbengel" eine tolle Geschichte geschaffen, die mir jedoch an manchen Stellen zu wenig ausgearbeitet war. Auch wenn die Charaktere mit ihren tollen Wesenszügen beeindrucken, sind sie für mich eher undurchsichtig geblieben. Nichts desto trotz haben die Ansätze meine Neugier geweckt und mich trotz der Kritikpunkte gut unterhalten, weshalb ich gespannt auf die Fortsetzung bin =)


Bewertung:






Zur Autorin:

Tja, wer oder was bin ich?
Das ist eine gute Frage. Ich denke, ich bin hilfsbereit und fantasievoll, tollpatschig und nachtragend, kuschelsüchtig und emotional. Was auch immer ich bin, eines bin ich sicher nicht: erwachsen.
Für mich sieht es immer mehr so aus, als ob niemand wirklich erwachsen werden würde. Irgendwann im Leben kommt nur für jeden von uns der Punkt, an dem wir meinen, erwachsen sein zu müssen.
Ich persönlich fühle mich nicht viel anders als mit 18. Allerdings habe ich gelernt, dass sich die Dinge nur selten wie geplant abspielen. Frei nach dem Motto „Leben ist das, was passiert, während du Pläne dafür machst“.

Mit dem Schreiben habe ich angefangen, als eine meiner Töchter vor ein paar Jahren krank wurde. Es war ein wunderbarer Weg, mich vom Alltag und dem Stress zu erholen. Denn in meinen Büchern und den Welten, die ich dort erschaffe, muss ich nichts vorgeben, mich nicht behaupten oder mich um andere sorgen. In meinen Büchern bin ich Beobachter und Former, Richter und Retter. Und während sich meine Figuren entwickeln, zeigen sie mir Lösungen für meine eigenen Probleme auf. Meine Jessica aus der Engel-Reihe war ursprünglich ganz anders angelegt, doch sie hat ein regelrechtes Eigenleben entwickelt und mir so geholfen, meinen eigenen Weg im Leben zu finden. Denn wenn sie mir eines beibringen konnte, dann, dass ich immer weiter gehen muss und nie die Hoffnung aufgeben darf, denn nur, wenn ich das Vertrauen in mich selbst verliere, ist wirklich alles vorbei.
Ich möchte das Schreiben nicht mehr missen, denn jedes Wort, jede Szene wird zu einem Teil von mir und hilft mir, mein Leben zu meistern und hoffentlich immer ein wenig kindlich (oder kindisch?) bleiben zu dürfen.

Im Anschluss habe ich für Euch noch mein Umfeld befragt, wie es mich beschreiben würde, in kurzen Worten. So könnt Ihr Euch vielleicht ein etwas unabhängigeres Bild machen. Viel Spaß dabei:
Mutter, Träumer, Spieler, Bücherwurm, launisch, großherzig, liebenswert, zickig, begeistert, lustig, hungrig, spontan, gemütlich, chaotisch, offen, höflich, Bäckerin, Erklärbär, kreativ, Katzenmensch, liebevoll, enthusiastisch, mutig, herzlich, neugierig, reizbar, hakuna matata

Wichtige Eckdaten, die Euch außerdem noch interessieren könnten:
  • Geboren am 28.10.1984 in Hagen
  • Grundschule und Gymnasium ohne nennenswerte Umwege gemeistert
  • 2004 Abitur gemacht
  • 2005 Töchterchen Nummer eins
  • 2010 Töchterchen Nummer zwei



Danke!

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